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Nach Klagewelle: Bittorrent-Community bereitet Gegenschlag vor

05.01.2005 | 14:03 Uhr |

Mitte Dezember hatte die Filmindustrie zu einem Schlag gegen das P2P-Netzwerk Bittorrent ausgeholt. Nach dem ersten Schock formiert sich nun der Widerstand. Das Tool "Exeem" soll den Klagen den Wind aus den Segeln nehmen. Die Betreiber der Site Lokitorrent wollen sich sogar vor Gericht wehren.

Nach dem die Filmindustrie in den USA Bittorrent und die Betreiber von Bittorrent-Trackern ins Visier genommen hat und mit Klagen überzieht ( wir berichteten ), werkelt die Bittorrent-Gemeinde bereits an einem Gegenschlag. Derzeit befindet sich ein Bittorrent-Client in der Entwicklung, der bereits in den kommenden Wochen erscheinen soll.

Das Tool trägt den Namen "Exeem". Im Gegensatz zu den bisherigen Clients benötigt Exeem keinen Tracker mehr - die Anwender sollen damit direkt miteinander verbunden werden. Das Bittorrent-Protokoll soll dazu entsprechend geändert werden. Wer hinter der Entwicklung des P2P-Programms Exeem steckt, wird geheim gehalten.

Ob Exeem erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Immerhin widerspricht die Anpassung des Protokolls dem bisherigen erfolgreichen Bittorrent-Prinzip. Nach diesem wird neben dem Client auch ein Server benötigt, der "Tracker" genannt wird und Informationen über die zu tauschenden Dateien verwaltet und dem Client sagt, wo was ist und wo schnell herunter geladen werden kann. Als noch größeres Hindernis könnte sich erweisen, dass Exeem mit Adware ausgeliefert wird auch wenn dadurch die (Weiter-)Entwicklung finanziert werden soll.

Indes wollen sich nicht alle Betreiber von Websites mit Bittorrent-Trackern die Klagen von der Filmindustrie gefallen lassen. Einige wurden bereits geschlossen, Lokitorrent will es allerdings auf einen Prozess ankommen lassen und sammelt dafür eifrig Spenden von seinen Besuchern. Auf seiner Website präsentiert Lokitorrent den von der Filmindustrie eingegangenen " Drohbrief ", der die Aufforderung zur Schließung des Trackers und die Androhung von Strafverfolgung enthält.

Die Betreiber schätzen, dass jeden Monat Kosten in Höhe von 30.000 US-Dollar anfallen werden, um sich juristisch erfolgreich wehren zu können. Der erste Monat wurde bereits durch Spenden finanziert. Lokitorrent will sich mit allen Mitteln gegen eine Schließung wehren und den Fall vor einem Gericht verhandeln lassen.

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