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Highspeed-Modem mit 150 MBit/s im Downlink

NXP Semiconductor hat ein Modem vorgestellt, das im Mobilfunknetz Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 150 Megabit pro Sekunde erreicht. Der Empfänger soll in Laptop-Modems, Camcordern, Multimediaplayern oder GPS-Geräten eingesetzt werden. Ab dem zweiten Quartal 2009 beginnt der Hersteller mit der Auslieferung.

Der niederländische Chiphersteller NXP Semiconductors hat ein Modem vorgestellt, das Daten mit einer Geschwindigkeit von bis zu 150 Megabit pro Sekunde aus dem Mobilfunknetz herunterladen kann. Im Upload soll es bis zu 50 Megabit pro Sekunde schaffen. Um diese Geschwindigkeit zu erreichen, nutzt das NXP cellular broadband modem PNX6910 den Mobilfunkstandard LTE 4. Der Empfänger ist auch zu HSPA, UMTS, EDGE, GPRS und GSM kompatibel und damit fast weltweit einsetzbar. Mit neuer Firmware können auch zukünftige Übertragungsstandards unterstützt werden. Das Modem soll in USB-Sticks und Notebook-Karten und als Empfänger in Handys, Camcordern, Mediaplayern oder GPS-Geräten eingesetzt werden. Das NXP6910 steht ab dem zweiten Quartal 2009 in kleinen Stückzahlen interessierten Herstellern zur Verfügung.

150 Megabit pro Sekunde ist nur ein theoretischer Wert, der höchstens im Labor erreicht wird. Noch gibt es kein öffentliches Mobilfunknetz, das UMTS LTE anbietet. Wie schnell sich das Modem in der Praxis erweist, wird man also erst in ein paar Jahren erfahren. Derzeit bauen die Mobilfunkanbieter ihre Netze mit HSDPA aus, das theoretisch maximal 14,4 Megabit pro Sekunde im Downstream (Datentransfer von der Basisstation zum Handy) erlaubt. Die praktisch erreichte Geschwindigkeit liegt jedoch bis auf wenige Ausnahmen weit unter der Angabe der Netzbetreiber, wie eine im Juni 2007 durchgeführte Studie des Österreichischen Insituts für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) in Zusammenarbeit mit der Kammer für Arbeiter und Angestellte Wien (AK Wien) ergab.

Die Forscher ermittelten eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 868 Kilobit pro Sekunde im Download und 241 Kilobit im Upload. Selbst der gemessene Spitzenwerte erreichte mit 3490 Kilobit pro Sekunde gerade einmal die Hälfte der beworbenen Geschwindigkeit von 7,2 Megabit pro Sekunde. Außerdem ergab die Studie, dass die Geschwindigkeiten rapide abfielen, sobald mehrere Personen sich in die gleiche Zelle einwählten. Bei drei Personen sank sie auf rund die Hälfte, bei sechs auf etwa ein Viertel des ursprünglich gemessenen Wertes. Obwohl für Deutschland eine solche Untersuchung bislang fehlt, kann man davon ausgehen, dass hier ähnliche Bedingungen herrschen. Dass LTE diese Probleme aufhebt, darf bezweifelt werden.

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