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NXP macht Chip-Werk in Böblingen dicht

22.03.2007 | 12:51 Uhr |

Der Konzern schließt den Standort bei Stuttgart, die 550 Beschäftigten machen ihre "Next Experience" mit einem Sozialplan.

Der niederländische Halbleiterkonzern NXP ("Next Experience") schließt sein Werk in Böblingen mit 550 Mitarbeitern bis zum Jahresende. Das teilte das Unternehmen, das früher zu Philips gehörte, am Donnerstag mit. Grund sei ein starker Rückgang der Produktion. Die noch anfallende Fertigung werde nach Hamburg und nach Nimwegen in den Niederlanden verlagert. "Wir haben alle Möglichkeiten untersucht. Leider gab es keine realistischen oder wirtschaftlich tragfähigen Alternativen", sagte NXP-Deutschlandchef Volker Kuckhermann laut einer Pressemitteilung des Unternehmens mit Sitz in Eindhoven. Mit den Gewerkschaften werde jetzt über einen Sozialplan verhandelt.

Von einem ohnehin schon niedrigen Niveau sei die Produktion in Böblingen zuletzt noch einmal um 30 Prozent geschrumpft, weil sich NXP aus unrentablen Geschäftsbereichen zurückgezogen habe, hieß es weiter. Der Schritt gehöre zu der Strategie des Unternehmens, die Wettbewerbsfähigkeit, Effektivität und Profitabilität zu verbessern. NXP ist aus der Halbleitersparte von Philips hervorgegangen. Der niederländische Konzern verkaufte diesen Bereich im vergangenen Jahr für 6,4 Milliarden Euro fast vollständig an ein Konsortium von Investoren, um sich von diesem schwankungsanfälligen Geschäft zu befreien. NXP beschäftigt nach eigenen Angaben 37.000 Mitarbeiter in 20 Ländern. Die Firma produziert unter anderem Chips für Computer, Autos, Mobiltelefone und Fernsehgeräte. (dpa/ajf)

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