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NSA überwacht 90 Prozent Unschuldige

07.07.2014 | 18:14 Uhr |

Im Zuge ihrer Überwachungsaktionen greift die NSA Daten von Millionen Internet-Nutzern ab. Mehr als 90 Prozent von ihnen stehen nicht einmal unter Verdacht.

Neue Dokumente aus dem Fundus von Whistleblower Edward Snowden geben in dieser Woche erneut Aufschluss über die Datensammelwut des US-Geheimdienstes NSA. Die US-Zeitung Washington Post gelangte in den Besitz von rund 160.000 Emails und Instant Messages und wertete diese im Rahmen ihrer Recherchen vier Monate lang aus.

Das Ergebnis: Über 90 Prozent der überwachten Personen – darunter auch viele US-Bürger – standen nicht einmal unter Verdacht, eine Straftat begangen zu haben. Sie gerieten lediglich in ein Überwachungsnetz, das die NSA für eine andere Zielperson ausgelegt hatte. Während einige der gesammelten Daten für die Ermittlungen relevant waren, handelte es sich bei einem Großteil der Nachrichten um für die NSA unwichtige Informationen.

Was die NSA wirklich wissen will

Obwohl andere US-Regierungsbehörden, wie etwa das FBI, keine Gespräche von unbeteiligten Dritten mithören, kennt die NSA derartige Grenzen nicht. Der Geheimdienst rechtfertigt sich damit, dass man im Vorfeld nicht wissen könne, welche Informationen im Zuge der Ermittlungen noch relevant sein könnten.

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