1868858

NSA überwacht auch Porno-Konsum

27.11.2013 | 13:08 Uhr |

Sexuelle Vorlieben und Chats mit Frauen interessieren die NSA scheinbar ganz besonders. Das gesammelte Material soll dazu verwendet werden, Terroristen zu diskreditieren.

Die NSA liest nicht nur Mails mit, sondern schaut sich offenbar auch genau an, welche Porno-Seiten die Überwachten besuchen. Das geht aus einem geheimen Dokument hervor, das von Edward Snowden zur Verfügung gestellt worden war, berichtet die Hufffington Post . Die Spione interessieren sich demnach auch für Gespräche der Überwachten mit "unerfahrenen jungen Mädchen". An sechs Beispielen aus den Snowden-Dokumenten wird deutlich, worum es der NSA dabei eigentlich geht. Alle sechs sind Muslime, bei denen man nach verwundbaren Stellen suche, die man gegen sie verwenden könne.

Noch konkreter wird Shawn Turner, Director of public affairs for National Intelligence. Er räumt ein, dass es niemanden verwundern sollte, wenn die USA nach gesetzeskonformen Möglichkeiten suchen würden, die Bemühungen von Terroristen einzudämmen. Man will offenbar Radikale diskreditieren, damit sie an Glaubwürdigkeit verlieren. Doch ob die sechs Überwachten in terroristische Aktivitäten verstrickt sind - darauf findet sich in dem Dokument kein Hinweis. Die sechs genannten Personen seien nicht nur auf diskreditierende Handlungen abgeklopft worden - sondern auch ihre Kontakte. Drei der Sechs haben der NSA zufolge 1 Prozent Extremisten unter ihren Kontakten gehabt. Bei den anderen drei seien es mehr gewesen.

Insgesamt habe man bei zwei Personen von der Liste sexuell peinliches Material gefunden. Die NSA hoffe, dass man mit der Veröffentlichung die Glaubwürdigkeit der Männer in extremistischen Kreisen zerstören kann. Denn das Material stünde im Gegensatz zu dem, was radikale Dschihadisten predigen würden.

Doch selbst wenn die NSA hehre Zwecke mit dem Sammeln von Pornos und Webchat-Protokollen verfolgen mag, stellt sich die Frage, wer noch überwacht wird. Dass die Spionage-Tools des Geheimdienstes auch missbraucht werden können, zeigt das Beispiel der NSA-Mitarbeiter, die ihre untreuen Lebenspartner ausspioniert hatten.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1868858