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NSA sammelt 200 Millionen SMS pro Tag

17.01.2014 | 11:05 Uhr |

Die NSA interessiert sich auch für SMS-Nachrichten - und sammelt darum rund 200 Millionen davon jeden Tag. Die Spionen sollen die SMS sogar ohne jeden Verdacht speichern. In einer internen Präsentation ist von einer wahren "Goldmine" die Rede.

Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die NSA offenbar geheime Mini-Sender in 100.000 PCs verbaut hat. Nun enthüllt theguardian.com gestützt auf geheime Dokumente, dass die NSA zudem fleißig SMS sammelt. 200 Millionen sollen es jeden Tag sein. Die SMS landen mit einigen Zusatzdaten (Meta-Daten) auf den Festplatten der Spione: Wo wurden sie verschickt, an wen wurden sie verschickt und wie lauten die Kreditkartendaten des Ausgespähten? Die SMS-Sammelei erfolge ohne konkrete Ziele, also pauschal, meldet der Guardian. Unter anderem soll sich auch die britische Spionage-Abteilung GCHQ schon an diesen Meta-Daten bedient haben, um weder bestimmte, noch verdächtige SMS auszuspionieren.

Der Name dieses Programms lautet "Dishfire". Eine NSA-Präsentation aus dem Jahr 2011 gibt der SMS-Spionage den euphorischen Untertitel "SMS Text Messages: A Goldmine to Exploit" (zu Deutsch: "SMS - eine Goldmine zum Ausbeuten). Im April 2011 sollen rund 194 Millionen SMS pro Tag gesammelt worden sein. Diese erbeuteten SMS würden an ein anderes Programm namens "Prefer" weitergeleitet und dort automatisch ausgewertet. "Prefer" wertet auch automatische SMS aus, wie die Info-SMS nach einem verpassten Anruf oder SMS, die über Roaming-Gebühren im Ausland informieren. So erfährt die NSA beispielsweise, dass Sie nach Italien geflogen sind - im Flieger haben Sie den Anruf nicht entgegennehmen können und die Roaming-Info für Italien spricht Bände. Zusätzlich speichert die NSA, wer da versucht hat, Sie im Flieger anzurufen und erstellt daraus im Lauf der Zeit ein Netzwerk Ihrer Kontakte.

Nur die SMS von US-Handys scheinen die Datensammler nicht oder nur in sehr abgespeckter Form abzuspeichern. Alle anderen Länder füttern die NSA-Datenbank in maximalem Umfang, schreibt der Guardian. Eine NSA-Sprecherin bestritt gegenüber der Zeitung jedoch, dass man einfach alle SMS-Daten sammele, derer man habhaft werden könne. Die SMS-Sammlung sei gezielt angelegt, behauptet sie.

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