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Genie & Turbine

NSA infiziert zehntausende PCs mit Trojaner für Geheimdienst-Botnetz

31.08.2013 | 14:01 Uhr |

Der US-Geheimdienst NSA hat über eine Trojaner-Infektion bald Zugriff auf mehr als 85.000 PCs weltweit und will diese über ein eigenes Bot-Netz-Programm kontrollieren.

Die US-Zeitung Washington Post hat heute geheime Haushaltspläne der USA veröffentlicht. So infiziert der Geheimdienst NSA im Rahmen des Genie-Programms weltweit zehntausende Rechner mit Trojanern. Über diese Implantate, wie sie die NSA nennt, könnten die infizierten Computer zu einem Botnetz zusammengeschlossen werden und ohne das Wissen der Nutzer Befehle ausführen.

Die veröffentlichten Details zu Genie lassen weniger auf Terror-Abwehr, als auf geplante Wirtschaftsspionage seitens der USA schließen. So sollen die NSA-Trojaner auf strategisch wichtigen PCs platziert werden. Von hier aus könnten dann ganze Netzwerke eingenommen, Daten kopiert und Kommunikationen mitgehört werden. Für die Entwicklung des Programms zeichnet die NSA-Sondereinheit TAO (Tailored Access Operations) verantwortlich, die über ein ganzes Arsenal von passenden Schädlingen verfüge.

Ex-CIA-Mitarbeiter deckte riesiges US-Überwachungsprogramm auf

Um die Trojaner in Computersysteme einzuschleusen, soll die NSA auf dem Graumarkt Sicherheitslücken einkaufen. Dafür steht den Angaben zufolge ein jährliches Budget in Höhe von 21,5 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Bis Ende dieses Jahres will der Geheimdienst mit Genie weltweit mehr als 85.000 Rechner unter seine Kontrolle gebracht haben. Unter dem Namen Turbine steht laut der Washington Post auch schon ein NSA-Botnetz in den Startlöchern, das die infizierten Rechner künftig für Angriffe und das Sammeln von Informationen steuern soll.

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