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NSA hat Zugang zum Telekom-Netz und anderen deutschen Netzwerken

15.09.2014 | 09:05 Uhr |

NSA und GCHQ haben offensichtlich Zugang zum Netz der Deutschen Telekom und zu den Netzen anderer deutscher Internetzugangsunternehmen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie bestätigte einen diesbezüglichen Bericht des Spiegel und untersucht den Fall.

Der US-Geheimdienst NSA und der britische Geheimdienst GCHQ haben nach einem Bericht der Online-Ausgabe des Spiegel Zugang zum Netz der Deutsche Telekom. Außerdem können die beiden angelsächsischen Geheimdienste offensichtlich auch auf das Netz des Kölner Internetproviders Netcologne zugreifen.

Das würde aus Darstellungen hervorgehen, die mit dem NSA-Programm Treasure Map erstellt wurden. Auf diesen Darstellungen seien die Telekom und Netcologne namentlich genannt und farblich markiert. In den Erklärungen zur Ansicht stehe zu lesen, dass diese roten Markierungen Zugangspunkte für die beiden Geheimdienste innerhalb der genannten Netzwerke darstellen würden. 

Der Spiegel fährt fort, dass die Geheimdienste in "nahezu Echtzeit" (wie es der Spiegel nennt) auch wichtige Netzverbindungsstellen wie einzelne Router, Rechner, Smartphone und Tablets mit ihrer Software darstellen könnten. Letztendlich wüssten die Geheimdienste also von jedem mit dem Internet verbundenen Gerät, wo es mit dem Internet verbunden sei.

Darüber hinaus würden auch der die drei deutschen Teleport-Anbieter Stellar, Cetel und IABG von NSA und GCHQ überwacht.

BSI untersucht den Fall

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie hat in einer Stellungnahme den Bericht des Spiegel (der ausführlicher noch in der aktuellen Printausgebe steht) bestätigt. Wörtlich heißt es in der Stellungnahme des BSI: „Das Magazin 'Der Spiegel' berichtet in seiner Ausgabe Nr. 38 / 2014 im Beitrag 'Im Zeichen des Totenkopfs' über Zugangspunkte ausländischer Nachrichtendienste in deutschen Telekommunikationsnetzen. Weiterhin wird ausgeführt, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unterrichtet sei.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bestätigt, dass es über den Sachverhalt, der im Beitrag des Magazins 'Der Spiegel', Ausgabe Nr. 38 / 2014, dargestellt ist, unterrichtet ist. Das BSI ist zusammen mit weiteren Behörden im Rahmen der Analyse des Sachverhalts aktiv. Weitere Auskünfte kann das BSI derzeit nicht geben.“
 

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