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NSA bespitzelte auch Gerhard Schröder

05.02.2014 | 09:31 Uhr |

Der US-Geheimdienst NSA hat laut Medienberichten die Telefongespräche des Merkel-Vorgängers Gerhard Schröder abgehört. Der Betroffene reagiert gelassen.

Der US-Geheimdienst NSA hat nicht nur Bundeskanzlerin Angela Merkel abgehört, sondern viel früher auch bereits ihren Vorgänger Gerhard Schröder. Das ergaben Recherchen der Süddeutschen Zeitung und des NDR. Anlass sei laut NSA-Insidern die kritische Haltung von Schröder im damals von der USA und deren Allianz geplanten Krieg gegen Irak gewesen. Ein US-Geheimdienstler wird mit den Worten zitiert: "Wir hatten Grund zur Annahme, dass der Vorgänger der Kanzlerin nicht zum Erfolg der Allianz beitrug."

Auf die Spur der Abhöraktion führten die dank NSA-Whistleblower Snowden publik gemachten NSA-Dokumente. Dort findet sich ein Vermerk, dass das Telefon der jetzigen Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits seit 2002 abgehört wurde. Bisher ging man davon aus, dass das Telefon von Merkel zu einer Zeit abgehört wurde, als sie noch Oppositionsführerin war. NSA-Insider erklärten aber nun, dass der Vermerk in den NSA-Dokumenten nicht eine konkrete Person meinen, sondern deren Position, also in diesem Fall die des Bundeskanzlers.

In einer ersten Reaktion gab sich Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder gelassen. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte Schröder: "Damals wäre ich nicht auf die Idee gekommen, von amerikanischen Diensten abgehört zu werden; jetzt überrascht mich das nicht mehr."

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