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NSA kann SIM-Karten-Verschlüsselung knacken

20.02.2015 | 10:18 Uhr |

Die NSA und der GCHQ sind in der Lage, die Verschlüsselung von vielen SIM-Karten zu knacken. Das geht aus Snowden-Dokumenten hervor.

Die Enthüllungsseite The Intercept berichtet, dass der US-Geheimdienst NSA (National Security Agency) und der britische Geheimdienst GCHQ (Government Communications Headquarters) in der Lage sind, die von vielen SIM-Karten genutzte Verschlüsselung zu knacken. Das gehe aus Dokumenten des NSA-Whistleblowers Edward Snowden hervor, die nun ausgewertet worden seien.

Die Verschlüsselungscodes seien demnach vom niederländischen SIM-Karten-Hersteller Gemalto gestohlen worden. Gemalto gehört zu den wichtigsten SIM-Karten-Herstellern weltweit und stellt um die zwei Milliarden SIM-Karten pro Jahr her.

Die Geheimdienste hätten sich Zugriff auf die Gemalto-Server verschafft und dabei die Verschlüsselungscodes gestohlen. Dadurch seien NSA und GCHQ in der Lage, direkt alle über die Mobiltelefone geführten Gespräche zu verfolgen und sogar verschlüsselte Mobiltelefon-Gespräche abzuhören. Das verschaffe den Geheimdiensten den "Vorteil", dass sie nicht den Umweg über die Mobilfunkanbieter gehen müssen und auch kein richterlicher Beschluss notwendig sei.

Laut den Snowden-Dokumenten sollen Hacker des GCHQ im Jahr 2010 und 2011 Millionen von Verschlüsselungscodes für SIM-Karten entwendet haben. Die Geheimdienst-Hacker sollen diese Schlüssel auf dem Weg vom SIM-Karten-Hersteller zu den Mobilfunkbetreibern abgefangen haben. Den Snowden-Dokumenten ist nicht zu entnehmen, ob auch andere SIM-Karten-Hersteller von Geheimdienst-Hackern attackiert worden sind.

Gemalto kündigt gegenüber The Intercept eine umfassende Untersuchung an. Man habe erst jetzt von dem möglichen Diebstahl erfahren. Wichtig sei es nun herauszufinden, wie die Geheimdienste an die Codes gelangt seien, um zu verhindern, dass dies erneut passiere.

In einer offiziellen Mitteilung heißt es seitens Gemalto: "Wir können zu diesem frühen Stadium die Enthüllungen der Publikation nicht bestätigen und hatten davon vorher keine Kenntnisse, dass die Geheimdienste eine solche Operation durchführten." Gemalto sei als wichtiges, weltweit tätiges Unternehmen im Bereich der digitalen Sicherheit besonders aufmerksam, was Hackerangriffe angehe. In der Vergangenheit seien auch viele Angriffe entdeckt worden. Der nun veröffentlichte Bericht werde sehr ernst genommen und es sollen alle notwendigen Ressourcen in die Untersuchung gesteckt werden.

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