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NSA-Speicher läuft über vor gesammelten Kontaktdaten

15.10.2013 | 11:36 Uhr |

Die NSA sammelt so viele Kontaktdaten, dass die Speicherkapazitäten der Spione sie fast nicht mehr aufnehmen können. Das geht aus Top-Secret-Dokumenten von Edward Snowden hervor.

Die NSA hat weltweit millionenfach private E-Mail- und Chat-Kontaktlisten abgegrast und die erbeuteten Kontakte abgespeichert. Dabei soll es die NSA laut Washington Post nicht auf einzelne Nutzer abgesehen haben, sondern auf das große Ganze. An nur einem einzigen Tag im letzten Jahr - es ist von einem typischen Tag die Rede - sollen die Spione 444.743 Mail-Adressbücher von Yahoo, 105.068 von Hotmail, 33.697 von Googlemail, 22.881 von nicht genannten Anbietern und 82.857 Kontaktlisten von Facebook auf ihren Servern gespeichert haben. Mit den gespeicherten Kontaktlisten will die NSA angeblich geheime Verbindungen aufdecken können und Beziehungsnetzwerke skizzieren können.

Pro Jahr soll die NSA auf über 250 Millionen Kontaktlisten kommen. Die tägliche Beute schwankt und sei abhängig von Vereinbarungen, die mit ausländischen Telekommunikationsunternehmen geschlossen werden. Der Datenstrom sei aber so gewaltig, dass er schon einige Mal die Speicherkapazitäten der NSA zu sprengen gedroht habe. Ein Problem für die NSA seien Spam-Mails. Diese für die Schlapphüte uninteressanten Nachrichten machen einen Großteil des Mail-Verkehrs aus und erschweren die Verarbeitung der relevanten Daten.

Gegenüber der Washington Post betonte eine Google-Sprecherin, dass man von der Sammelei nichts wisse und auch keinen Anteil daran habe. Auch Microsoft sagte, dass man keiner Regierung den Zugang zu Kundendaten gewähre. Die Facebooksprecherin schlägt in die gleiche Kerbe und Yahoo antwortete, dass man ab Januar alle E-Mail-Verbindungen verschlüsseln wolle.

Ein Sprecher des Office of the Director of National Intelligence, eine der NSA übergeordnete Organisation, betonte derweil, dass man mit den gesammelten Daten Terroristen, Menschenhändler und Drogenschmuggler ausfindig machen wolle. Persönliche Infos über normale Amerikaner würden sie nicht interessieren, sagt er. In den USA ist der Aufschrei nicht zuletzt darum groß, weil nicht nur ausländische Daten gesammelt werden, sondern auch die von Amerikanern.

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