1920944

NSA-Anwalt: Google, Facebook & Co. haben alles gewusst

20.03.2014 | 15:07 Uhr |

Ein Anwalt der NSA behauptet, dass Google, Yahoo, Facebook, Apple & Co. von Anfang an über die PRISM-Spionagetätigkeiten Bescheid gewusst hätten. Doch eine Sache verrät er nicht.

Wie der Guardian berichtet , soll ein Anwalt der NSA versichert haben, dass die großen US-Tech-Unternehmen in vollem Umfang von den PRISM-Spionagetätigkeiten gewusst haben sollen. Obwohl sie zum Teil genau das Gegenteil behauptet haben. Yahoo, Apple, Google, Microsoft, Facebook und AOL hatten bei Bekanntwerden des PRISM-Skandals behauptet, nichts davon gewusst zu haben. Manche, wie Apple, wollten gar noch nie den Begriff "PRISM" gehört haben. Weil "PRISM" ein interner Begriff war, der gegenüber den Unternehmen nicht genannt worden sei, sei das genau betrachtet sogar korrekt. Dass Apple und die anderen aber nichts von einer Datenübertragung - und auswertung im NSA-Hauptquartier gewusst haben wollen, stimmt jedoch nicht - wenn man den Worten des Anwalts Glauben schenkt.

Diese Freeware macht PRISM-Spionen das Leben schwer

Schon bei der Enthüllung von PRISM waren Kritikern die überraschend ähnlich klingenden Dementi der Tech-Giganten aus den USA aufgefallen. Damals entbrannte auch eine hitzige Diskussion darüber, ob die US-Firmen NSA-Hintertürchen in ihre Dienste eingebaut habe und somit behaupten konnten, dass man keine Daten an die NSA schicke. Denn wenn es ein Hintertürchen gäbe, dann kann die NSA sich die Daten selbst holen. Und Google & Co. würden tatsächlich keine Daten von sich aus an den Geheimdienst schicken. Wie genau nun die NSA an die Daten kommt, verrät auch der Anwalt aber nicht. Die Snowden-Dokumente deuten lediglich an, dass die NSA einen eigenen Zugang zu den Firmen-Servern haben könnte. Eindeutig geklärt ist das aber noch nicht.

The Register hat nach dem Guardian-Bericht nun versucht, Statements der Online-Dienstanbieter einzuholen. Das Magazin wollte wissen, ob der Anwalt Recht hat und sie wirklich von Anfang an von dem NSA-Programm wussten. Doch keiner habe ein Statement abgeben wollen, schreibt The Register. Einige jedoch hätten anonym zugegeben, dass es wirklich Regierungsanweisungen gegeben habe, mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Doch hätten diese keinen Zugang zu den Firmen-Servern bekommen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1920944