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NSA-Agenten auch in World of Warcraft und Xbox Live aktiv

09.12.2013 | 15:41 Uhr |

Agenten der Geheimdienste der USA und Großbritannien sind auch in virtuellen Welten aktiv und spionieren dort die Nutzer aus. Das geht aus Dokumenten des NSA-Whistleblowers Edward Snowden hervor.

Der US-Geheimdienst NSA und der britische Geheimdienst GCHQ haben nicht nur Menschen in der realen Welt ausspioniert, sondern auch Agenten in den virtuellen Welten von World of Warcraft, Second Life und dem Microsoft-Spielenetzwerk Xbox Live eingesetzt. Das geht aus Dokumenten des NSA-Whistleblowers Edward Snowden hervor, die am Montag die britische Zeitung The Guardian , die New York Times und ProPublica enthüllt haben.

In diesem am Montag veröffentlichten NSA-Dokument ( hier als PDF ) aus dem Jahr 2008 berichtet ein Analyst der NSA seinem Vorgesetzten über den Einsatz von Agenten in den virtuellen Welten. Laut dem Bericht seien echte Agenten in Online-Rollenspielen eingesetzt worden, um Informationen zu sammeln. Bei der Gelegenheit sei auch versucht worden, "technologie-freundliche" Spieler als Informanten anzuwerben. Laut dem Analysten seien Online-Rollenspiele ein attraktives Ziel, weil sich dort vielfältige Informationen gewinnen lassen. Außerdem ließen sich die Spiele auch als "Fenster für Hacker-Attacken" oder dazu nutzen, um die sozialen Kontakte von Zielen zu ermitteln.

"Spiele sind eine Gelegenheit", heißt es dem Bericht des NSA-Analysten. Daher würden mehrere US-Geheimdienste Operationen innerhalb von Spielen durchführen. Dafür sei es unter anderem notwendig, die über die Gesprächskanäle geführten Konversationen aufzuzeichnen.

Die Spiele-Netzwerke wurden ausspioniert, weil bei den Geheimdiensten laut dem Bericht des NSA-Analysten der Verdacht bestand, dass sie von Terroristen zur Kommunikation genutzt werden. Offen bleibt aber, ob bei der Gelegenheit wirklich irgendwelche Terroristen aufgespürt wurden oder nur Millionen von Spieler umfangreich ausspioniert wurden. So ist in dem Dokument beispielsweise die Rede davon, dass auf Anfrage der GHCQ die NSA versucht habe, ihre in World of Warcraft gesammelten "Konten, Charakteren und Gilden"  von Nutzern mit Terroristen zu verknüpfen.

Blizzard Entertainment, Entwickler von World of Warcraft, erklärte gegenüber The Guardian, niemals von der NSA oder dem GCHQ eine Anfrage erhalten zu haben, in dem Spiel die Nutzer ausspionieren zu dürfen. Microsoft und Linden Lab (Betreiber von Second Life) wollten eine Anfrage zu dem Thema nicht kommentieren. Kein Kommentar gab es auch von der NSA und dem GCHQ.

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