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NRW-Verbraucherschützer gegen Smartphone-Abzocke

25.08.2015 | 12:15 Uhr |

Das NRW-Verbraucherschutzministerium ermittelt seit Monaten wegen Preiserhöhungen für Besitzer von hochwertigen Smartphones beim Online-Kauf.

Seit Jahren gibt es den Verdacht, dass die iPhone- und iPad-Nutzer sowie Besitzer anderer hochpreisiger Smartphones im Internet mehr bezahlen müssen als die Kunden mit anderen Betriebssystemen . Technisch ist es für die Online-Betreiber kein Problem - jede Webseite kann den Besucher und sein Betriebssystem als User Agent identifizieren. Da man davon ausgeht, dass die iOS-Besucher kaufkräftiger sind als zum Beispiel die Android-Nutzer, präsentiert man ihnen die gleichen Angebote zum höheren Preis.

Dem soll nun ein Ende gesetzt werden. Gegenüber der Rheinischen Post Online sagt der NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne), sein Ministerium hat bereits eine große Fallsammlung der Preisunterschiede in den diversen Online-Shops. Vor allem fällt ihm auf, dass die Surfer aus Deutschland mit einem teureren Endgerät gerne zur Kasse gebeten werden. Unter anderem haben sich die Mitarbeiter des Ministeriums die Preise eines französischen Vergnügungsparks je nach Herkunftsland der Online-Besucher angeschaut und Unterschiede festgestellt. Johannes Remmel will die Vorfälle nicht nur dokumentieren. "Wir werden diese Verdachtsfälle weiter untersuchen und auf die Tagesordnung der nächsten Verbraucherschutzministerkonferenz setzen", so Remmel gegenüber der Rheinischen Post Online. Die nächste wird im April 2016 in Düsseldorf stattfinden.

Laut Berichten von Spiegel will auch die EU-Kommission in solchen Fällen gegen die Anbieter vorgehen. So ist den europäischen Verbraucherschützer aufgefallen, dass Disneyland Paris unterschiedliche Preise von französischen sowie britischen und deutschen Besuchern verlangt.

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