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Myspace: Kampf gegen Sexualstraftäter

05.12.2006 | 16:25 Uhr |

So genannte soziale Netzwerke wie Myspace sind nicht nur ein Tummelplatz für mitteilsame Jugendliche, auch üble Zeitgenossen frequentieren derartige Angebote, oft auf der Suche nach potenziellen Opfern. Myspace will nun bekannte Sexualstraftäter von seinem Angebot fern halten. Hierfür ist das Unternehmen eine Partnerschaft mit Sentinel Tech Holding eingegangen. Diese Firma ist auf die Identifizierung und Verifikation von Personen spezialisiert.

In einem ersten Schritt wollen beide Firmen für die USA eine nationale Datenbank für Sexualstraftäter aufbauen. Diese Datenbank soll dann mit den Myspace-Profilen verglichen werden, berichtet der IDG News Service. In die Datenbank sollen alle bekannten Sexualstraftäter eingetragen werden, die bei verschiedenen US-Polizei-Behörden wegen ihrer Vergehen registriert sind. Zu den Informationen der Datenbank, die laufend aktualisiert werden soll, gehören unter anderem Name, Alter und Besonderheiten wie Tätowierungen oder Narben. Das Personal von Myspace wiederum soll dann rund um die Uhr die Myspace-Profile auf Übereinstimmungen mit der Datenbank überprüfen und entfernen.

Die Partnerschaft ist aber nur ein erster Schritt im Kampf gegen Sexualstraftäter. Myspace betreibt daneben auch Lobby-Arbeit für ein neues Gesetz, das diese Aufgabe künftig wesentlich erleichtern würde. Dieses Gesetz soll es Sexualstraftätern vorschreiben, ihre Mail-Adresse in einer nationalen Sexualstraftäter-Datenbank registrieren zu müssen. Dies hätte zur Folge, dass ein Sexualstraftäter, der eine andere Mail-Adresse als die registrierte nutzt, gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen würde und er umgehend wieder ins Gefängnis wandern müsste. Und auf der anderen Seite hätten es Anbieter wie Myspace wesentlich leichter, derartige Personen von vorneherein ausfiltern zu können.

Myspace wurde in diesem Jahr dafür kritisiert, es registrierten Sexualstraftätern zu erlauben, Profile in dem Portal zu erstellen. Dabei verglichen Reporter in den USA Profile mit verschiedenen Sexualstraftäter-Datenbanken und wurden in einigen Fällen fündig. Das Unternehmen reagierte darauf mit der Ernennung eines Cief Security Officers sowie einer Kampagne zur Online-Sicherheit.

Quicktime-Wurm geht auf Myspace um (PC-WELT Online, 04.12.2006)

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