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10 GB auf deutschen Servern

MyTuxedo – neuer Cloudspeicherdienst aus Deutschland startet bald

15.10.2015 | 14:58 Uhr |

Die Online-Speicher von Google Drive, OneDrive und Dropbox bekommen (hoffentlich) NSA-freie Konkurrenz aus Deutschland: Durch MyTuxedo. Das 10 GB und deutschen Datenschutz bietet. Für bestimmte Nutzer ist MyTuxedo gratis.

Tuxedo ist ein Unternehmen aus Königsbrunn bei Augsburg, das vor allem PCs und Notebooks mit vorinstallierten Linux-Distributionen beziehungsweise Dual-Boot anbietet.
 
Der Vorteil der Tuxedo-Maschinen: Damit Linux auf den Rechnern optimal läuft und sich auch alle Funktionstasten verwenden lassen, passt Tuxedo die verwendeten Linux-Distributionen mit eigenen Skripten an die vorhandene Hardware an. Dass sich diese Optimierungsmaßnahmen für den Anwender lohnen, zeigen sowohl unsere Langzeittests mit zwei Tuxedo-Notebooks als auch unsere Hardware-Tests von Tuxedo-Geräten.

Cloud-Dienst startet demnächst

Als zusätzlichen Mehrwert für alle Käufer eines Tuxedo-PCs oder -Notebooks hat das Königsbrunner Unternehmen einen eigenen Cloud-Speicher-Dienst namens MyTuxedo entwickelt. Als technische Basis die Private-Cloud-Lösung Owncloud. MyTuxedo befindet sich noch in der Betaphase, wird aber am 19. Oktober 2015 final veröffentlicht. Die Server von MyTuxedo stehen bei dem bekannten Hoster Hetzner im pfälzischen Falkenstein. Außerdem gibt es einen Backupserver in Königsbrunn.

Deutscher Datenschutz

Tuxedo wirbt ausdrücklich mit den deutschen Datenschutzbestimmungen, denen die in Deutschland stehenden Server unterliegen. Damit ist MyTuxedo ein direkter Konkurrent zu anderen Cloudspeicheranbietern aus Deutschland wie HiDrive und Telekom Cloud, 1blu oder web.de.
 
Jeder Käufer eines Tuxedo-PCs oder -Notebooks bekommt künftig gratis 10 GB Speicherplatz auf MyTuxedo (aktuell verteilt Tuxedo aber noch keine Zugangscodes). Die Weitergabe der Zugangscodes ist jederzeit gestattet, es können also auch Nicht-Tuxedo-Kunden Speicherplatz auf MyTuxedo erwerben, wenn sie von einem Tuxedo-Kunden den Code bekommen. Tuxedo plant aber den Cloudspeicher-Dienst zu einem späteren Zeitpunkt auch generell für Nicht-Kunden zugänglich zu machen.

Für die Anmeldung bei MyTuxedo legt Tuxedo ein Kärtchen mit einer Registrierungsnummer jedem Tuxedo-Gerät bei. Mit dieser Nummer können Sie sich auf https://www.mytuxedo.de/ registrieren und ein Konto anlegen.
 
Wer mehr als die kostenlosen 10 GB Speicherplatz benötigt, soll demnächst Speicherplatz dazu kaufen können. Das Preismodell für die Speicher-Upgrades steht aber noch nicht fest.
 
Wer mehrere Tuxedo-Geräte besitzt, kann die 10 GB pro Gerät zu einem Account zusammenfassen.
 
Tipp: Tuxedo-Bestandskunden können noch bis zu drei Jahre nach dem Kauf einen Key von Tuxedo anfordern. Dazu genügt eine Mail mit der Bestellnummer und Tuxedo übersendet einen entsprechenden Zugangscode. Mit der Mail sollten Sie aber bis zum offiziellen Start von MyTuxedo warten:

Tuxedo liefert die ersten Codes ab dem 19. Oktober aus. Eine Codeanforderung kann ebenfalls ab dem 19.10. erfolgen.

Der Zugriff auf MyTuxedo erfolgt via Webfrontend oder über Desktop-Clienst für Windows, MacOS und natürlich Linux. Außerdem gibt es Apps für Android und iOS. Eine öffentliche Freigabe von Dateien und Ordnern ist grundsätzlich nicht gestattet: Tuxedo möchte verhindern, dass mit seinem Dienst Filesharing betrieben wird. Die Möglichkeit Dateien für andere MyTuxedo-Nutzer frei zu geben, ist aber geplant und kommt in Kürze

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Neben dem eigentlichen Cloudspeicher gehören auch eine einfache Online-Textverarbeitung, Kalender, Kontaktverwaltung, Bilddatenbank, Aufgabenplaner und Passwortspeicher samt Passwortgenerator zur Ausstattung von MyTuxedo. Ein vorhandenes Mailkonto kann ebenfalls mit MyTuxedo verknüpft und dann via Webfrontend abgefragt werden. Tuxedo plant außerdem noch einen Player für Bilder, Videos und MP3s zu integrieren.
 
Gelöschte Dateien landen in einem Mülleimer. Von dort kann man sie 30 Tage lang wiederherstellen.
 
Die Einbindung von MyTuxedo über Webdav ist ebenfalls möglich. Die Backups sind GPG-verschlüsselt, die Datenübertragung erfolgt via SSL. Verschlüsselte Festplatten (LUKS1, 256 Bit Keysize) sollen die Sicherheit vor Hackern gewährleisten.

Der Virenscanner ClamAV scannt automatisch die Dateien sowohl beim Upload als auch beim Download und unterbindet im Falle eines Fundes automatisch den Upload. Damit sind vor allem Windows-Rechner geschützt, die mit MyTuxedo verbunden sind. Außerdem scannt ClamAV täglich nachts alle Dateien nach Viren. Bei einem Malware-Fund informiert ClamAV Tuxedo, das dann den Nutzer informiert.
 
 

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