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iTunes bekommt Konkurrenz

26.09.2008 | 15:55 Uhr |

Das soziale Netzwerk MySpace startet in den USA einen Musikdienst, an dem alle großen Plattenfirmen beteiligt sind. Neben kostenpflichtigen Downloads gibt es Musik auch als Gratis-Streams.

Seit Donnerstag ist der Dienst, den MySpace zusammen mit EMI Music , Sony BMG Music , Universal Music Group und Warner Music Group anbietet, in den USA in Betrieb. Nutzer können Musik der beteiligten Musiklabels per Streaming kostenlos auf dem PC anhören. Finanziert wird das Streaming-Angebot über Werbung großer Unternehmen wie McDonald’s , State Farm oder Toyota . Alternativ lassen sich die Musikstücke auch per Mausklick als kopierschutzfreie MP3s bei Amazon kaufen. Derzeit steht auf MySpace Music ein Katalog von fünf Millionen Musikstücken zur Verfügung. Den Einstieg soll das MyMusic-Tool-Set erleichtern, mit dem Anwender Musikstücke kaufen, die Streaming-Angebote nutzen und in ihre MySpace-Profile einbinden, sowie öffentliche oder private Playslists gestalten können. Auf Wunsch lässt sich Musik von den Playlists befreundeter Nutzer streamen.

Erste Reaktionen auf MySpace Music waren positiv. Michael Arrington von TechCrunch beispielsweise hält den Dienst für eine wichtige Entwicklung im Musikgeschäft. Anwender hätten damit eine neue, faszinierende Möglichkeit, Musik zu erleben. Gleichzeitig basiere die Plattform auf einem umsetzbaren, langfristigen Geschäftsmodell, das Plattenfirmen und Künstlern echte Verdienstmöglichkeiten durch Werbung, Merchandising und den Verkauf von Konzerttickets biete. Sollte das Modell erfolgreich sein, werden sich seiner Ansicht nach die Gebühren, mit denen derzeit Streams und Download finanziert werden, bald erübrigen. Stattdessen würde sich die freie Marktwirtschaft durchsetzen. Eine Plattenfirma müsste ihre Songs gut promoten, um eine hohe Chartplatzierung zu erreichen und so höhere Einnahmen aus Werbung, Merchandising und Ticketverkäufen zu erzielen.

Marshall Kirkpatrick von Read Write Web lobt die Benutzeroberfläche von MySpace Music, die zum Beispiel das Erstellen von Playlists per Drag & Drop erlaubt und einen Player bietet, der auch weiterspielt, wenn der Nutzer die Seite verlässt. MySpace sei ein Treffpunkt für Leute, an dem alles geboten wird. Der Dienst habe das Potenzial, groß zu werden. Kirkpatrick ist gespannt, wie nah MySpace Music dem Ideal eines perfekten Streaming-Services kommt.

David Chartier von ArsTechnica sieht MySpace Music als eine natürliche Evolution des sozialen Netzwerks, das teils deshalb gegründet wurde, um Künstlern die Möglichkeit zu geben, ihre Musik dem Publikum vorzustellen. Im Gegensatz zu CD-Verkäufen wachse das Geschäft mit digitaler Musik. MySpace habe bereits eine große Basis von etwa 80 Millionen Nutzern, die alle Zugriff auf das große Angebot und das Produktmarketing hätten.

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