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Musikindustrie: Die Hoffnungen ruhen auf dem Internet

29.03.2007 | 14:23 Uhr |

Der Bundesverband der phonographischen Industrie hat Zahlen zum deutschen Musikmarkt veröffentlicht. Demnach sank der Gesamtumsatz im Jahr 2006 leicht um 2,4 Prozent. Deutlich zulegen konnten jedoch die Download-Umsätze, die sich somit langsam aber sicher zu einem wichtigen Standbein der Industrie entwickeln.

Für die Musikindustrie ist das Internet zum Hoffnungsträger geworden. Denn während die Umsätze im klassischen Tonträgerbereich zurück gehen, steigen sie im Download-Bereich deutlich an.

Laut Bundesverband wurden im Jahr 2006 in Deutschland 186 Millionen physische Tonträger verkauft. Dies sind rund 2,7 Millionen weniger, als noch im Jahr 2005, dafür verantwortlich waren Rückgänge bei analogen Tonträgern (LP, Kassette und VHS) sowie CD-Singles. CD-Alben hingegen konnten von 147,6 auf 149,5 Millionen Einheiten zulegen. Und auch der Verkauf von Musik-DVDs stieg laut Verband im Jahresvergleich um 10,1 Prozent auf 14,2 Millionen Stück.

Auch der Download-Markt entwickelt sich prächtig: So wurden im Jahr 2006 mit 25,2 Millionen Einzeltiteln rund 28 Prozent mehr verkauft, als noch im Vorjahr, bei den Alben stieg die Zahl um 36 Prozent auf 1,9 Millionen. Die Umsätze in diesem Segment stiegen um 40 Prozent auf 42 Millionen Euro. Insgesamt verbuchte die Musikindustrie im abgelaufenen Jahr einen Umsatz in Höhe von 1,706 Milliarden Euro, 2,4 Prozent weniger, als noch im Vorjahr.

Dass die äußerst positive Entwicklung am Download-Markt den Verlust in andere Bereichen noch nicht kompensieren kann erklärt sich der Verband folgendermaßen: "Trotz unserer Erfolge bei der Eindämmung der Internet-Piraterie blockieren die hohe Zahl illegaler Downloads und der weiter wachsende Anteil von Privatkopien nach wie vor den Turnaround", sagte Peter Zombik, Geschäftsführer der deutschen Phonoverbände am Donnerstag in Berlin.

Der Verband weist zudem darauf hin, dass im Jahr 2006 486 Millionen Kopien von Musik-CDs erstellt worden sein sollen. Ob die Anwender sich dafür aus illegalen Quellen bedienten, oder aber nicht kopiergeschützte, eigene CDs vervielfältigten, verrät der Verband hingegen nicht.

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