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Pandora widersetzt sich schwachem Webradio-Trend

20.12.2009 | 15:55 Uhr |

Der US-Webradiodienst Pandora trotzt der Flaute unter den Online-Musikservices. Während die meisten Webradios in den vergangenen Wochen und Monaten etwas schwächelten - Imeem wurde für ein Trinkgeld von MySpace geschluckt, Lala ging unter ähnlichen Bedingungen an Apple - hat sich Pandora im Gegensatz dazu sehr erfolgreich entwickelt.

Der in den USA sehr populäre Online-Musikdienst hat im Dezember nach eigenen Angaben die Marke von 40 Mio. Usern überschritten. Damit konnte sich Pandora innerhalb eines Jahres verdoppeln. Wöchentlich registrieren sich derzeit rund 600.000 neue Nutzer. Die Hälfte davon wiederum nutzt das Webradio über mobile Geräte. Allein zehn Mio. User sind iPhone-Besitzer, schreibt Techcrunch.

Im Sommer dieses Jahres hatte Pandora sich nach jahrelangem Streit um Lizenzen mit Verwertungsgesellschaften geeinigt und einen Kompromiss erzielt. Pandora ist außerdem näher als die meisten anderen Webradios am traditionellen Radiomodell angelehnt. Die Musiktitel können nicht nach Lust und Laune vom User ausgesucht werden, sondern es gibt tatsächlich ein Radioprogramm.

Laut Zahlen von Ando Media macht Pandora in den USA - außerhalb ist der Dienst derzeit nicht verfügbar - 44 Prozent des Webradio-Konsums aus. In der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen darf sich die Seite über doppelt so viele Besucher freuen wie bekannte Plattformen wie Hulu oder ESPN. Damit wird Pandora auch für die Werbung zunehmend interessant.

Nicht nur in den USA gewinnen Webradios wie Pandora zunehmend an Attraktivität für die Werbewirtschaft. Auch hierzulande zeichnet sich ein klarer Trend ab, wie schon die Goldmedida-Studie "Webradio Monitor 2009" im September zeigte. Demnach sollen sich die Onlinewerbeumsätze in diesem Bereich bis 2013 vervierfachen.

Dass Webradios als Werbeumfeld interessant geworden sind, liegt neben der genauen Messbarkeit auch daran, dass eine größere Format- und Angebotsvielfalt als bei UKW-Radios gegeben ist. "Grafische Onlinewerbung (zum Beispiel Banner) ist derzeit die bedeutendste Werbeform, gefolgt von Sponsoring. Insbesondere die Vermarktung von Radiospots im Webradio-Stream gewinnt aber zunehmend an Bedeutung", so Studienautor Marcel Piopiunk und Consultant bei Goldmedia gegenüber pressetext.

(pte)

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