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Musik- und Filmstudios könnten bald legal hacken

24.07.2002 | 14:28 Uhr |

Der US-Kongress entscheidet in dieser Woche über einen Gesetzesentwurf, der eine umfassende Immunität bezüglich Computerkriminalität für Musik- und Filmstudios beinhaltet. Demnach wäre es diesen Unternehmen künftig erlaubt, gezielt Privat-PCs anzugreifen, wenn der Verdacht besteht, dass mit den Rechnern urheberrechtlich geschütztes Material getauscht wird.

Der US-Kongress entscheidet in dieser Woche über einen Gesetzesentwurf, der eine umfassende Immunität bezüglich Computerkriminalität für Musik- und Filmstudios beinhaltet. Dies berichtet Cnet . Der Entwurf der beiden Abgeordneten Howard L. Berman und Howard Coble würde es diesen Unternehmen erlauben, bereits beim "begründeten Verdacht" einer Copyright-Verletzung gezielt Rechner angreifen zu dürfen.

Lediglich dem Staatsanwalt müssen die Studios einen detaillierten Bericht ihrer geplanten Aktionen vorlegen. Der Entwurf geht allerdings nicht näher darauf ein, welche Techniken seitens der Unternehmen genutzt werden dürfen. Daten, die sich auf dem Zielrechner befinden, dürfen jedoch nicht zerstört werden.

Kommt es dennoch zu Schäden auf Privatrechnern, soll es für den Geschädigten kompliziert werden: Das Opfer muss sich zunächst an den Oberstaatsanwalt wenden, zudem kann überhaupt erst ab einer Schadenssumme von 250 Dollar geklagt werden, so Cnet.

Ziel der Gesetzesvorlage sei die Bekämpfung von "Feuer mit Feuer, Technologie mit Technologie", so Gene Smith, Pressesprecherin von Berman. Die Industrie habe keine andere Möglichkeit, um der Copyright-Piraterie im Internet Herr zu werden.

Die Bürgerrechts- und Kosumentenschutz-Organisation Electronic Frontier Foundation (EFF) sieht in dem legislativen Vorhaben allerdings das Nahen der "digitalen Herrschaft", in der Rechte aus "analogen Zeiten" beschnitten werden sollen. Der Gesetzesentwurf bedeutet für die EFF nichts anderes, als die Legalisierung von Computerkriminalität.

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