11.10.2007, 14:56

Markus Pilzweger

Musik für lau

Radiohead-Experiment offenbar erfolgreich

Vergangene Woche sorgte die Ankündigung der Band Radiohead, ihr neues Album "In Rainbow" de facto kostenlos per Internet anbieten zu wollen, für reichlich Wirbel in der Musikindustrie. Nun ist das Album erhältlich, eine erste Zwischenbilanz kommt zu einem positiven Ergebnis.

Anfang Oktober berichteten wir, dass die Band Radiohead ihr neues Album "In Rainbows" als Download-Version über ihre Website vertreiben will. Das Besondere dabei: Die Kunden dürfen selbst bestimmen, was sie für das Werk bezahlen möchten. Selbst ein kostenloser Download der 10 Songs ist dabei möglich. Zusätzlich wird das neue Album ab Dezember auch in einer physikalischen Version (2 CDs mit je 18 Songs, zwei Vinylplatten sowie Bonusmaterial) zum Kauf angeboten, hier liegt der Preis bei umgerechnet rund 57 Euro.
Während bis vor kurzem nur Vorbestellungen möglich waren, ist das Album nun zum Download freigegeben - und die ersten Reaktionen seitens der Band fallen ausgesprochen positiv aus. Das Management der Band wollte zwar nicht mitteilen, wie viele Anwender denn nun tatsächlich auch etwas für die Download-Version bezahlt haben, erklärte aber, dass der Großteil der Nutzer aber Geld springen ließ. Dies berichtet die britische Zeitung "Daily Telegraph".
Beiträge in verschiedenen Foren ergeben zu diesem Thema ein ähnliches Bild. So erklären zwar viele Anwender, dass sie sich das Album umsonst heruntergeladen haben, mindestens genauso viele hingegen waren bereit, die Brieftasche zu zücken. Auch weisen Fans darauf hin, dass in diesem Fall der komplette Umsatz an die Band geht und nicht an irgendwelche Manager von Musikstudios. Profitiert hat von der Aktion offenbar auch die physikalische Version des Albums. So erklärten einige Anwender, nun auch die 57 Euro teure Version des Albums kaufen zu wollen.
Sollten nun weitere Bands das Radiohead-Experiment zum Vorbild nehmen, wäre dies eine weitere Front an der die Musikindustrie kämpfen müsste. Interessant ist ein solcher Vertrieb vornehmlich wohl nur für Bands mit einer großen, treuen Fan-Basis, da nur hier ausreichend Nutzer zusammen kommen dürften, die für einen Download auch zu zahlen bereit sind. Genau diese Bands sind allerdings das "Brot und Butter"-Geschäft der Industrie, mit ihnen wird das meiste Geld verdient.
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