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Musik: Tauschbörsen-Nutzer sind die besseren Kunden

27.07.2005 | 17:17 Uhr |

Wer über Tauschbörsen illegal Musik herunter lädt, gibt trotzdem mehr Geld für CDs aus als Nichttauscher - so lautet das Ergebnis einer Umfrage.

Die Musikindustrie klagt seit Jahren über sinkende Umsätze. Dafür macht sie in erster Linie diejenigen verantwortlich, die illegal Songs aus Tauschbörsen herunterladen.

Eine Untersuchung von The Leading Question will nun das Gegenteil herausgefunden haben: Leute, die sich Musik aus Tauschbörsen besorgen, geben trotzdem noch Geld für CDs oder legale Musik-Downloads aus. Und sogar viereinhalb Mal mehr als Internet-Surfer, die keine Tauschbörsen nutzen. Das ergab die Umfrage unter 600 Musikfreunden.

Nun steht einer solchen Untersuchung immer eine Studie der Musikindustrie gegenüber, die wiederum das Gegenteil behauptet.

Ob Musik-Tauschbörsen tatsächlich einen wirtschaftlichen Schaden für die Plattenfirmen bedeuten oder nicht, ist seit schon langem ein Streitpunkt. Zumindest gibt es für die sinkenden Umsätze der Musikindustrie etliche andere Erklärungen, als das illegale Tauschen: Etwa die schlechte wirtschaftliche Lage, der hohe Preis von 15 bis 20 Euro pro CD, oder die Qualität der neuen Alben.

Zudem muss Musik als Freizeitunterhaltung heute gegen ganz andere Konkurrenten antreten als noch vor ein paar Jahren. Nicht nur der Geldbeutel der Leute ist begrenzt, auch ihr Zeitbudget ist es. Wer täglich ein bis zwei Stunden im Internet surft, zu jeder Zeit über das Handy mit Freunden reden kann und mehr Computerspiel zur Auswahl hat denn je, der braucht auch weniger häufig neue Musik-CDs.

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