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Schallplatte als Investment mit hohen Renditen

22.03.2009 | 14:54 Uhr |

Schallplatten erweisen sich in der Wirtschaftskrise als renditeträchtiges Investment. Obwohl das "schwarze Gold" in den 1990er Jahren während des CD-Booms von vielen totgesagt wurde, kann man bis heute Vinyl kaufen. Zudem erzielen seltene Stücke oder originalgepresste Erstausgaben vor allem bei Internetauktionen erstaunliche Preise.

Dass die CD die Schallplatte in Hinblick auf digitale Reinheit schlägt, ändert nichts an ihrem großem Wertzuwachs. Vor allem mit Musikgruppen, die häufig eingeweihten Sammlern bekannt sind, lassen sich selbst bei Nachpressungen wie im Fall der Band Chicken Bones Preise ab 60 Euro erzielen. Obwohl Insider den Einzelverkauf von LPs dem Paketangebot vorziehen, steigen die Transaktionskosten, was Platten im Vergleich zu anderen Sachwerten wie Gold benachteiligt. "Obwohl sich der Markt ständig ändert, sind Schallplatten nicht tot zu bekommen. Dass Leute Vinyl aus rein monetären Gesichtspunkten kaufen, erlebe ich täglich. Dies ist kein Phänomen, dass sich ausschließlich auf die Finanz- und Wirtschaftskrise zurückführen lässt", verdeutlicht Gerd Thorsch, Geschäftsführer von schallplattenzentrale.de , im Gespräch mit pressetext. Laut dem Branchenexperten lassen sich am Markt noch immer hohe Preise für Erstveröffentlichungen erzielen. "Auch wenn Techno-Schallplatten der frühen 1990er Jahre durchschnittlich weniger bei einem Verkauf einbringen, spielen die Genres keine Rolle. Eine seltene Abba-Platte wird schließlich genauso hoch gehandelt, wie eine streng limitierte Dance-Scheibe", weiß Thorsch. Für CDs könne man bei einem Wiederverkauf hingegen deutlich weniger erzielen.

Zwar können rare LPs als Sammlerobjekte Renditen erzielen, von denen Aktionäre in Zeiten wie diesen nur träumen können. Einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zufolge besteht der Nachteil der Anlageform aber darin, LPs in liquide Mittel umzuwandeln. Dies ist in einem Großteil der Fälle nur über Auktionshäuser im Internet, in Fachblättern oder auf speziellen Plattenbörsen möglich. "Was wir vermehrt feststellen, ist, dass eine Vielzahl derer, die mit dem Gedanken spielen Schallplatten zu verkaufen, vorher ihre Stücke geschätzt haben wollen. Dies gilt aber auch für viele andere alte Dinge", erläutert Markus Paß, Betreiber der Internet-Sammlerplattform meinesammlung.com , gegenüber pressetext. Die Marktpreise lassen sich auch im April auf Europas größter Messe im niederländischen Utrecht ermitteln. (pte)

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