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Neil Young prügelt auf iPod und Co. ein

25.07.2008 | 14:05 Uhr |

Er ist ein Veteran im Musik-Business: Neil Young. Der mittlerweile 62-Jährige zeigte sich in seinem musikalischen Werk sehr wandelbar und war auch nie um klare Worte verlegen. Jetzt hat sich der streitbare Young den iPod und digitale Musik im Allgemeinen vorgeknöpft.

Bei einer Rede auf der Brainstorm Tech Conference griff Neil Young die Industrie rund um digitale Musik scharf an, insbesondere Apple bekam dabei sein Fett weg. Young bezeichnete dabei den iPod als "Fisherprice-Spielzeug", bei dem die Musik-Qualität viel zu weit heruntergeschraubt wurde. "Apple hat auf der Bequemlichkeits-Autobahn einen Umweg eingeschlagen. Und Qualität sitzt dabei nur noch auf dem Rücksitz - wenn sie sich überhaupt noch im Auto befindet", sagte Young.

Young beklagte sich darüber, dass die Fokussierung auf Bequemlichkeit auf Kosten der hohen Qualität ginge. High fidelity sei aber auch ein Ausdrucksmittel der Künstler. Musik sei laut Young zu einer Art "Tapete" verkommen. "Wir haben wundervolle Computer, aber High-Resolution-Musik ist eines der fehlenden Elemente", sagte Young.

Youngs Worte dürften Toby Marks wie Musik in den Ohren klingen. Marks ist einer der Pioniere im Bereich Elektro-Musik und erklärte vor ein paar Wochen: "Ich hasse die Tatsache, dass es zwar möglich ist, Musik in der Qualität zu veröffentlichen, wie sie aufgenommen wurde, der Markt sich aber zu etwas hin entwickelt hat, das gerade mal ein bisschen besser als Kassetten ist."

Young beschäftigt sich ebenfalls ausgiebig mit Technologie. Er plant, in diesem Jahr ein Multimedia-Archiv seiner kompletten Karriere auf Blu-ray zu veröffentlichen. Dabei wird erwartet, dass ein nicht komprimiertes Audio-Format (uncompressed audio) eingesetzt wird. Young hofft, dass andere Musiker seinem Beispiel folgen werden.

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