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Plattenfirma stellt U2-Album versehentlich online

21.02.2009 | 15:14 Uhr |

Das neue Album "No Line on the Horizon" der irischen Band U2 ist bereits eine Woche vor dem offiziellen Verkaufsstart in CD-Qualität im Netz aufgetaucht.

Verantwortlich für die unfreiwillige vorgezogene Veröffentlichung sind in diesem Fall aber offenbar weder Journalisten noch Personen aus dem Freundeskreis der Band. So leistete sich ausgerechnet die australische Abteilung der eigenen Plattenfirma Universal einen großen Fauxpas, indem sie das Album für kurze Zeit online zum Kauf anboten. Das Angebot auf getmusic.com.au wurde von einigen Musikfans dankbar angenommen. Wenig überraschend landete das gesamte Album kurze Zeit später auf allen bekannten illegalen Download-Plattformen. Der Fehler der Plattenfirma entbehrt nicht einer gewissen Ironie, versuchte die Band doch gerade bei dieser CD-Veröffentlichung ein frühzeitiges Durchsickern der Songs mit allen Mitteln zu verhindern. So tourten Universal-Vertreter in den vergangenen Wochen rund um den Globus, um das Album ausgewählten Journalisten in Form einer "Listening-Party" vorzuspielen. Dabei waren jegliche Aufnahmegeräte bis hin zu Kameras und Mobiltelefonen verboten, damit die unveröffentlichten Musikstücke nicht über Umwege doch schon vorab den Weg auf illegale Tauschbörsen und Fanforen finden sollten.

Gerade der langjährige U2-Manager Paul McGuinness ist für seine kritische Haltung zu Online-Piraterie und neuen digitalen Verbreitungsmethoden bekannt. Neben seiner harschen Kritik an Internet-Providern, die er für den Erfolg von illegalen Tauschbörsen mitverantwortlich macht, bezeichnete er auch das Radiohead-Experiment, wonach deren neuestes Album zu einem selbst gewählten Preis heruntergeladen werden konnte, als misslungenes Experiment.

Ob vorgesehen oder nicht, hat die Band bereits auf die im Netz aufgetauchten Songs reagiert und will das neue Album nun offenbar auch selbst auf der eigenen Homepage in voller Länge streamen. Offenbar soll das Angebot aber nur für zahlende Mitglieder der Homepage gelten. Die laut Sydney Morning Herald für den Fehler verantwortliche Universal Australia wollte zum Vorfall bisher nicht Stellung nehmen. Ein Kommentar zur gescheiterten Geheimhaltungsstrategie war von Universal in Europa bei Redaktionsschluss dieser Meldung noch ausständig. (pte)

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