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GigLocator spürt Musikkonzerte weltweit auf

13.08.2009 | 10:31 Uhr |

Die am Mittwoch veröffentlichte Suchmaschine GigLocator liefert erstmals detaillierte Informationen zu Musikkonzerten auf der ganzen Welt.

Die Seite spürt sämtliche Tourneedaten von Künstlern auf und bietet Interessierten auch gleich die Option, die entsprechenden Tickets bei externen Anbietern zu kaufen. Um sich mit anderen Nutzern über geplante Konzertbesuche austauschen zu können, wurden zudem soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder MySpace in die Plattform eingebunden. Darüber hinaus zeigt die Suchmaschine auf einer Karte von Google Maps an, welche anderen Nutzer aus der Community vorhaben, zu einem bestimmten Konzert zu gehen. Ein weiteres Feature der Suchmaschine ist die lernfähige Empfehlungsfunktion. Auf Basis der Playlisten eines Nutzers bei Internetradios wie Pandora, Last.fm oder iLike, erstellt GigLocator dabei eine persönliche Favoritenliste mit den am häufigsten gespielten Musikern und reichert diese mit aktuellen Konzertdaten der Bands an.

"Insgesamt ist die Gestaltung und der Aufbau der Seite schön gelöst worden. Vor allem die Verknüpfung mit sozialen Netzwerken ist sehr positiv zu bewerten", urteilt Dirk Lewandowski, Experte für Internet-Suchmaschinen an der Hochschule für angewandte Wissenschaft Hamburg auf Nachfrage von pressetext. Streng genommen sei GigLocator zwar keine Suchmaschine, da lediglich vorhandene Datenbanken von anderen Anbietern gesammelt werden und daraufhin eine Suchoberfläche darüber gestülpt werde. Allerdings haben die Suchabfragen bereits am Tag der Veröffentlichung gute Ergebnisse geliefert, schildert Lewandowski, der die Seite für pressetext unter die Lupe nahm. Auch mehrere größere Konzerte im deutschsprachigen Raum, etwa von Tom Jones in Wien oder von Silbermond in Hamburg, konnten auf GigLocator bereits gefunden werden. Der Suchmaschinenexperte vermutet aber, dass kleinere Events, die ihre Tickets nicht bei größeren Ticketshops anbieten, wahrscheinlich durch das Suchraster fallen werden.

Die Musikwirtschaft reagiert auf die neuartige Suchplattform hingegen zwiespältig. Johannes Ulbricht, Justiziar des Bundesverbands der Veranstaltungswirtschaft (IDKV) , sieht im Gespräch mit pressetext zwar durchaus Potenziale, wie sich die Konzertveranstalter diese Plattform zu Nutze machen könnten. Zum Beispiel könnten die Veranstalter die Nachfrage für ein bestimmtes Event dadurch besser einschätzen. Jedoch gebe es auch einige Gefahren: "Wir sehen vor allem den schrankenlosen gewerblichen Weiterverkauf von Tickets, den solche Angebote ermöglichen, sehr kritisch und kämpfen auch vehement dagegen an", gibt Ulbricht zu bedenken. Ein weiterer negativer Aspekt sei die mögliche unerlaubte Veröffentlichung von Konzertmitschnitten auf sozialen Netzwerken. Dass sich die Fans von Künstlern sowie Konzertbesucher miteinander vernetzen und sich zu einer verschworenen Gemeinde zusammenschließen, sei prinzipiell sehr begrüßenswert. "Allerdings spielen soziale Netzwerke im Internet bei der Bewerbung von Tourneen noch keine große Rolle", berichtet Ulbricht.

Das Projekt GigLocator wurde von den beiden jungen Briten James Proud und Miles Noble im vergangenen September ins Leben gerufen und ging nun erstmals in einer offenen Beta-Version online. Die Motivation dahinter war laut Proud und Noble, ein einzigartiges System zu schaffen, das es ähnlich gesinnten Konzertliebhabern ermöglicht, sich über aktuelle Gigs am Laufenden zu halten. Einnahmen will man vor allem durch Provisionen bei den Ticketverkäufen, die von unabhängigen Anbietern abgewickelt werden, lukrieren. (pte)

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