159852

Napster will Apple mit Schleuderpreisen ausstechen

21.05.2009 | 15:01 Uhr |

Der Onlinemusikdienst Napster startet ein neues, verbilligtes Musikangebot. In Zukunft wird die Plattform ihren US-Nutzern für nur fünf Dollar pro Monat unlimitierten Zugang zum gesamten Streaming-Musikkatalog bieten. Bisher hatte das Angebot in den USA 12,99 Dollar gekostet.

Damit tritt die ehemalige Tauschbörse neuerlich in den Konkurrenzkampf mit Apples iTunes . Allerdings sind die beiden Angebote nicht ganz vergleichbar, weil Napster seine Musik hierbei im Wesentlichen nur als Streams zur Verfügung stellt. Dennoch scheint der Preis von fünf Dollar für einen uneingeschränkten Zugang zu etwa sieben Mio. Musiktiteln durchaus verlockend und könnte neue Nutzer an Land ziehen.

"Wir planen, noch in diesem Jahr ein Angebot nach dem US-Vorbild in Deutschland umzusetzen. Hierzu sind Verhandlungen mit allen Partnern notwendig - die wir derzeit führen", so eine Sprecherin von Napster Deutschland, auf Nachfrage von pressetext. Da der Musikkatalog in Deutschland durch Kooperationen sowohl mit den Major-Labels als auch mit zahlreichen Independent Labels umfangreicher als in den USA sei (acht Mio. Titel), würden auch die Gespräch noch andauern. Neben der Music-Flatrate können einzelne Songs oder ganze Alben klassisch gekauft und zum dauerhaften Behalten heruntergeladen werden. "Die User können sich jeden der Songs, Hörtexte und Exklusiv-Interviews aus dem Napster-Katalog bis zu 30 Sekunden anspielen lassen, die Favoriten wählen und einzelne Songs für 99 Cent oder Alben ab 9,95 Euro kaufen und behalten", erklärt die Sprecherin.

Zusätzlich zu den unbegrenzten Musikstreams erhalten die Napster-User über den neuen Musiktarif monatlich je fünf Musiktitel als Download im MP3-Format. Darüber hinaus sind auf der Seite rund 60 werbefreie Radiostationen und 1.400 vorprogrammierte Playlists abrufbar. "Das Streaming-Angebot eignet sich perfekt, um neue Musik zu entdecken. Genauso wie in der Modewelt gibt es saisonale Trends wie zum Beispiel die alljährlichen Sommerhits, die User in der Regel nur über einen gewissen Zeitraum hören", meint die Napster-Sprecherin gegenüber pressetext. Das Besitzen von Musik stehe daher nicht immer im Vordergrund. Für jene, die lieber für Downloads bezahlen, biete Napster ergänzend ohnehin auch ein Nutzungsmodell zum Kaufen von Musik an.

Vor genau einem Jahr startete Napster seinen kopierschutzfreien MP3-Service. Zuvor waren die Dateien nur im WMA-Format und mit Digital Rights Management (DRM) erhältlich. Für Mac-Anwender könnte die neue Musikflatrate aber ein kleines Problem mit sich bringen. Zwar kann die Musik via Firefox auf die Apple-Computer gestreamt werden, der Download-Manager läuft allerdings nur unter Windows. Damit der neue Tarif eine breite Aufmerksamkeit findet, will Napster in allen Niederlassungen der Handelskette Best Buy kräftig die Werbetrommel rühren. Best Buy hatte den Musikdienst im vergangenen Herbst für 121 Mio. Dollar aufgekauft. Wirklich großen Erfolg hatte Napster nach seinem Niedergang als Tauschbörse nicht mehr. Zuletzt kam die Seite auf etwa 700.000 Mitglieder. Auch die Einführung DRM-freier Musik änderte daran wenig. (pte)

0 Kommentare zu diesem Artikel
159852