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Ford lässt Autos twittern

10.01.2010 | 16:02 Uhr |

Der US-Autohersteller Ford hat im Rahmen der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas eine Rundumerneuerung seiner Fahrzeuge und den Vorstoß ins Multimedia-Zeitalter angekündigt. Vorerst sollen die Modelle Edge und Focus per WLAN und UMTS-Modems online geschickt werden, twittern können, Musik aus dem Internet streamen und anhand von Touchscreens zu steuern sein. Sicherheitsexperten warnen jedoch vor den Gefahren durch die drohende Reizüberflutung für die Fahrer. Je mehr Elektronik sich im Wagen befinde, desto geringer sei die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr.

"Grundsätzlich sind alle Aktivitäten, die den Fahrer im Auto ablenken, nicht zielführend", meint Ursula Messner, Sprecherin des Kuratoriums für Verkehrssicherheit ( KfV ), im Gespräch mit pressetext. Dies sei sowohl bei Handy-Telefonaten als auch beim Hantieren mit Gegenständen wie etwa Feuerzeugen der Fall. Autofahrer würden ohnehin zu häufig irritiert. Fraglich sei, ob weitere Ursachen für Ablenkungen wie etwa Twittern hinter dem Steuer notwendig sind.

Die Ford-CEO Alan Mulally im Zuge der CES ankündigte, sind die Multimedia-Autos künftig in der Lage, ihren Fahrern Twitter-Nachrichten vorzulesen. Mittels Sprachsteuerung soll selbst die Beantwortung der Kurztexte hinter dem Steuer funktionieren. Lediglich während der Fahrt neue Tweets zu erstellen, soll wegen Sicherheitsbedenken nicht möglich sein. Ebenso werde vom System ein visuelles Surfen im Internet beim Fahren unterbunden.

Dennoch verteidigt Ford die Einführung der neuen Technologie mit Argumenten zugunsten der Verkehrssicherheit. Am Steuer würden die Fahrer ohnehin Telefongespräche führen, Kurznachrichten verfassen, mit MP3-Playern hantieren oder sich auf Navigationsgeräte und Straßenkarten konzentrieren. Derartige Aktivitäten würden nunmehr sicherer gemacht als bisher, meint Doug VanDagens, Direktor der Ford Connected Service Solutions, gegenüber CNN.

Ford-Modelle sollen im Lauf der kommenden 12 bis 18 Monate mit der neuen Technologie ausgestattet werden. Vorerst ist diese jedoch nur für den US-Markt vorgesehen. Der Konzern ist nicht der erste Hersteller, der Autos internetfähig machen will. Chrysler hatte bereits vor knapp zwei Jahren angekündigt, automobiles Web in den eigenen Modellen ermöglichen zu wollen. Experten äußerten sich jedoch schon damals skeptisch.

(pte)

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