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Müssen YouTube und Co. künftig für Volumen-Tarife der Telekom zahlen?

02.05.2013 | 17:05 Uhr |

Die Telekom will bis 2016 eine Daten-Obergrenze für Breitband-Internetanschlüsse einführen. Wer monatlich mehr als 75 GigaByte an Traffic verbraucht, wird auf Schneckentempo gedrosselt. Ausgeschlossen sind Angebote der Telekom. Auch andere Inhalte-Anbieter könnten sich künftig gegen Gebühr von den Begrenzungen „freikaufen“.

In einem Interview mit der Welt hat Niek Jan van Damme, Deutschland-Chef der Telekom, die Debatte um die geplante Breitband-Drosselung des Unternehmens von neuem entfacht. So will die Telekom ab 2016 so genannte Heavy User ausbremsen. Wer monatlich mehr als 75 Gigabyte Traffic verbraucht, dessen Anschluss wird auf Schneckentempo gedrosselt. Streaming-Angebote der Telekom sollen dabei nicht auf das Traffic-Volumen angerechnet werden, was viele Experten als unlautere Wettbewersmethode entgegen der Netzneutralität einstufen.

Diese Modell scheint die Telekom jedoch in Zukunft weiter ausbauen zu wollen. So könnte sich das Unternehmen laut van Damme auch Kooperationen mit anderen Inhalte-Anbietern wie etwa YouTube vorstellen. Gegen eine Gebühr könnte sich der Video-Dienst so von den Traffic-Fesseln „freikaufen“. Die Nutzung würde dann für Telekom-Kunden nicht auf den Traffic ihres Anschlusses angerechnet werden. Eine ähnliche Kooperation gibt es bei der Telekom bereits im Mobilfunk-Bereich mit Spotify. Gegen zehn Euro im Monat kann der Service unbegrenzt genutzt werden, ohne das Flatrate-Datenvolumen zu schmälern.

Telekom: Internet-Drossel kommt für Alle!

Kooperationen mit YouTube, Lovefilm oder Maxdome – die die Telekom eigenen Aussagen zufolge gern in ihr Entertain-Angebot integrieren würde – könnten die Netzneutralität jedoch noch weiter gefährden. Eine Gleichbehandlung der Daten wäre in diesem Fall nur noch für zahlende Telekom-Partner gewährleistet.

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