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Mt. Gox: Japanische Polizei vermutet Riesen-Betrug

02.01.2015 | 10:29 Uhr |

Hinter dem Zusammenbruch der Bitcoin-Börse Mt. Gox steckt vermutlich kein Hackerangriff. Stattdessen vermutet die japanische Polizei großangelegte Betrügereien.

In letzter Zeit ist es ruhig geworden um den Zusammenbruch der Bitcoin-Börse Mt. Gox. Doch nun legte die japanische Polizei die ersten Ergebnisse ihrer Ermittlungen vor. Demnach sollen die rund 370 Millionen US-Dollar, die als Bitcoins bei Mt. Gox hinterlegt waren, fast alle aufgrund von betrügerischen Transaktionen verloren gegangen sein. Die Polizei fand heraus, dass die Bitcoins von Teilnehmern transferiert wurden, die nicht den angemeldeten Mt.-Gox-Kundenkonten entsprachen. Nur ein Prozent der Verluste hätten dagegen Hacker entwendet. Das wären nur 7000 Bitcoins. Wobei die Polizei immer noch nicht weiß, wer sich hinter den Hackern verbirgt.

Damit widerspricht die japanische Polizei der seinerseits von den Mt.-Gox-Verantwortlichen gemachten Aussage, dass die Masse der verschwundenen Bitcoins durch Hacker gestohlen worden sei. Die Mt.-Gox-Macher hatten nach ihrer Bankrott-Erklärung am 28. Februar 2014 behauptet, dass die Bitcoins gestohlen wurden, indem Diebe einen Fehler im Bitcoin-System ausgenutzt hätten.

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Mark Karpeles, der ehemalige CEO von Mt. Gox, gab sich wortkarg, als er auf die Ermittlungsergebnisse angesprochen wurde: „Ich kann derzeit nichts dazu sagen, ausgenommen der Tatsache, dass ich weiter nachforschen werden um herauszufinden, was tatsächlich passiert ist“.

Mt. Gox findet 200.000 verschwundene Bitcoins

Im Jahr 2013 häufte das Startup Mt. Gox Bitcoins im Wert von vielen Millionen US-Dollar an und gewann viele neue Nutzer, bis es schließlich um die 1,2 Millionen Kunden hatte. Dann kam der Knall: Die 650.000 Bitcoins waren plötzlich weg. Die in Japan operierende Bitcoin-Börse Mt. Gox hatte daraufhin am 25. Februar 2014 zunächst den Handel mit Bitcoins eingestellt und einen Antrag auf Konkurs gestellt. Bereits kurze Zeit danach verdichteten sich die Gerüchte, dass hinter der Pleite ein großangelegter Betrug stehen könnte.

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Einige Zeit später fand Mt. Gox angeblich einen kleinen Teil seiner verschwundenen Bitcoins wieder. Sie wären angeblich in ungenutzten Wallets gelegen, die Mt. Gox für leer gehalten hätte. Als Wallets bezeichnet man in Zusammenhang mit Bitcoin Software zum Speichern und Übertragen von Bitcoins. Die Wallets, in denen jetzt die rund 200.000 Bitcoins gefunden worden sein sollen, seien vor Juni 2011 erstellt worden.


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