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Mozilla verschiebt Blockade von Drittanbieter-Cookies

17.05.2013 | 11:09 Uhr |

Mozilla hat die Einführung der standardmäßigen Blockierung von Drittanbieter-Cookies mit Firefox 22 nun verschoben. Es wird mehr Zeit zum Testen der Änderung benötigt.

Mozilla hatte im Februar erklärt, mit Firefox 22 eine Änderung einführen zu wollen, die dafür sorgt, dass der Browser standardmäßig  Cookies von Drittanbietern blockiert. Die Aktivierung der Änderung ist nun verschoben worden. Wie Mozilla in einem Blog-Eintrag erläutert, soll die zusätzliche Zeit genutzt werden, um Daten darüber zu sammeln und zu analysieren, welche Auswirkungen das Blockieren der Drittanbieter-Cookies hat. 

Für die Umsetzung der neuen Funktion kommt ein vom Stanford-Studenten und Online-Aktivisten Jonathan Mayer entwickelter Patch in Firefox zum Einsatz. Ähnlich wie bei Apples Safari werden nur Cookies von Drittanbietern akzeptiert, wenn sie sich in Websites befinden, die vom Nutzer bereits besucht wurden. Alle anderen Drittanbieter-Cookies sollen dagegen blockiert werden.

Die umstrittenen Drittanbieter-Cookies stammen in der Regel von Werbenetzwerken, die ihre Anzeigen auf den angesurften Seiten schalten und über die Code-Schnipsel das Surf-Verhalten der Nutzer verfolgen können. Dementsprechend hatte die Online-Werbe-Industrie die Pläne von Mozilla kritisiert und gefordert, dass derartige Cookies nicht von Firefox automatisch blockiert werden dürfen.

Im Blog-Eintrag erläutert Mozilla, dass man sich vor allem um Falsch-Positiv-Alarme der geplanten Firefox-Funktion sorge. Solche Fehlalarme könnten beispielsweise dann auftreten, wenn der Nutzer die Website [Beispielwebsite].com besucht, auf der Cookies von der [Beispielwebsite]abc.com eingebunden sind. Diese Cookies würden dann geblockt, weil der Nutzer die Site noch nie besucht hat, obwohl das gleiche Unternehmen beide Sites betreibt.

Mit dem geplanten Verfahren könnte es aber auch zu Falsch-Negativ-Alarme führen, denn nur weil ein Anwender eine Website besucht hat, will er nicht unbedingt auch von einem Cookie dieser Website getrackt werden, wenn er auf anderen Websites surft.

Mozilla will nun die Zeit nutzen, um mit den gesammelten Daten die geplante neue Funktion zu verbessern, ehe sie dann in Firefox standardmäßig aktiviert wird. In Firefox 22 Beta ist die Funktion daher auch nicht standardmäßig aktiviert. Im Aurora-Channel für Firefox 22 bleibt die Funktion dagegen standardmäßig aktiviert.

Firefox 22 soll nach den derzeitigen Plänen am 24. Juni 2013 veröffentlicht werden.

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