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Apple verbreitet Safari per iTunes

25.03.2008 | 13:43 Uhr |

Apple nutzt die Dominanz seiner iTunes-Software unter Windows, um dort die Verbreitung des eigenen Browsers Safari auf der Windows-Plattform anzukurbeln. Windows-Nutzer von iTunes erhalten seit kurzem über das mit iTunes installierte Aktualisierungstool Apple Software-Update das Angebot, den Browser Safari zu installieren. Seitens Mozilla gibt es für diese Vorgehensweise harsche Kritik.

Wer iTunes auf dem Windows-Rechner installiert, der installiert auch automatisch das Aktualisierungstool Apple Software-Update. Dieses Tool bietet neuerdings auch die Version 3.1 von Safari zum Download an und preist den Apple-Browser als den schnellsten und den am einfachsten zu bedienenden Browser überhaupt an. Mit einem Klick können Anwender also den Safari-Browser installieren.

Das Handeln von Apple stößt bei Mozilla auf herbe Kritik. Der Mozilla-Chef John Lilly bezeichnet in seinem Blog das Treiben von Apple als einen "schweren Fehler". "Es untergräbt das Vertrauensverhältnis, das große Unternehmen zu ihren Kunden haben", so Lilly, der die Art und Weise, wie Apple nunmehr Safari verbreitet auch als eine Gefahr für die Sicherheit des Webs sieht.

Lilly weist darauf hin, dass das Aktualsierungstool Apple Software-Update eigentlich die Aufgabe hat, Apple-Software zu aktualisieren, die auf dem Windows-Rechner installiert ist. Dass nun aber dieses Tool eine Aktualisierung für ein Produkt - nämlich Safari - anbietet, das niemals auf dem Rechner installiert worden ist, hält Lilly für verwerflich. Sobald iTunes und Quicktime in einer neuen Version erscheinen, fordert Apple Software-Update zur Aktualisierung der Programme auf und schlägt auch gleichzeitig die Installation von Safari vor. Nur wenn der Anwender manuell das Häkchen neben Safari entfernt, wird der Browser nicht installiert.

Lilly weist ausdrücklich darauf hin, dass er nicht kritisieren möchte, das Apple die Verbreitung von Safari auf der Windows-Plattform fördert. Er stört sich lediglich daran, dass Apple dafür sein Aktualisierungstool nutzt und somit das Vertrauensverhältnis, dass Anwender in solche Aktualisierungstools stecken, missbrauche, um ein neues Produkt unter das Volk zu bringen.

Abzuwarten bleibt, wie weit sich die Aktion von Apple auf die Marktanteile des Safari-Browsers auf der Windows-Plattform auswirken wird. Während Firefox bisher vor allem gegen den bei Windows-Rechnern mitinstalliertem Internet Explorer zur Wehr setzen musste, öffnet sich nun eine neue Front: iTunes ist auf Windows-Rechnern stark verbreitet und rührt nunmehr die Werbetrommel für den Apple-Browser. Für ein derartiges Verbreitungsinstrument würden sicherlich sowohl Mozilla als auch Opera Software alles geben.

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