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Web 2.0 für jedermann

27.08.2008 | 14:31 Uhr |

Am Dienstag stellte Mozilla Labs mit Ubiquity eine experimentelles Firefox-Erweiterung vor, die mit einfachen Textbefehlen das Erstellen von Web-2.0-Anwendungen erlaubt.

Um beispielsweise eine Karte oder andere Webinhalte in eine Mail zu integrieren, müssen Nutzer kein kompliziertes Mashup über die Programmierschnittstellen anderer Webseiten erstellen oder sich die Informationen mühsam von verschiedenen Seiten zusammensuchen. Stattdessen geben sie einfach Textbefehle in Ubiquity ein. Wie das funktioniert, ist im Mozilla-Labs-Blog nachzulesen .

Die Mail mit der Einladung zum Abendessen wird dann einfach folgendermaßen gestaltet: Der Nutzer markiert den Namen des Restaurants in seiner Mail und gibt den Begriff „Karte“ in Ubiquity ein, das sofort Google Maps mit dem passenden Kartenausschnitt aufruft. Der Anwender kann die Karte dann bearbeiten und in seine Mail einfügen. Auch Restaurantkritiken von entsprechenden Webseiten und Ähnliches lassen sich auf diese Weise in die Nachricht einbinden.

In einem Interview verglich Mozilla-Mitarbeiter Aza Raskin die Software mit einer Suchmaschine. Statt einen Suchbegriff einzugeben, tippen die Anwender hier aber ein, was sie tun möchten. Raskin war der Gründer der Chicagoer Softwareschmiede Humanized , die unter anderem die Software Enso entwickelt hat. Im Januar waren er und zwei weitere Humanized-Entwickler zu Mozilla Labs gewechselt.

Für Ubiquity steht bereits eine Reihe von Befehlen bereit. Das Kürzel „defi“ etwa führt zur Definition eines markierten Begriffs. „Trans“ übersetzt und „twit“ überträgt markierte Textteile zu Twitter. Neue Befehle lassen sich laut Raskin von jedem Durchschnittsanwender ohne große Webentwickler-Erfahrung erstellen.

„Statt darauf zu warten, dass ein Profi eine Anwendung für die eigenen Anforderungen erstellt, macht man es einfach selbst“, erklärt er.

Wer Ubiquity-Befehle erstellt hat, kann sie anderen Nutzern im Internet kostenfrei zur Verfügung stellen. Ob Ubiquity eine Standarderweiterung für den Firefox wird, steht noch nicht fest. Mozilla Labs ist eine offene Testumgebung für neue Ideen, an der jeder teilnehmen kann. Nicht alles wird letztlich auch in den Browser aufgenommen.

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