Motorola

Multimedia-Handys für Schwellenländer geplant

Motorola möchte vom Marktwachstum in den Entwicklungs- und Schwellenländern profitieren und konzentriert sich auf den indischen Markt. Dort sollen neben Billighandys auch Multimedia- und Business-Handys verkauft werden. Analysten sehen in dem Vorhaben zwar Pozential, gegen Marktführer Nokia habe der US-Hersteller aber kaum eine Chance.
Motorola reagiert auf die sinkende Nachfrage in den gesättigten Märkten. Um seinen Marktanteil zu verbessern, konzentriert sich der US-Hersteller in Zukunft mehr auf die Schwellen- und Entwicklungsländer, vor allem der indische Markt birgt enormes Potenzial. Doch statt die Kunden mit alten Billighandys zu locken, plant Motorola dort schon bald hochwertige Multimedia-Handys zu verkaufen und mit höheren Margen den sinkenden Umsatz zu stabilisieren.
Auch Analysten sehen noch Wachstumspotenzial für Motorola, "da Indien der weltweit am stärksten wachsende Mobilfunkmarkt ist", erklärt Nicolas von Stackelberg, Analyst bei Sal. Oppenheim. Gleichzeitig sei aber die Durchdringungsrate mit 17 Prozent vergleichsweise gering. Verglichen mit Konkurrenten wie Nokia hätte Motorola jedoch nur geringe Chancen.
Malcolm Dawe, Vice President und General Manager in der Handy-Sparte von Motorola, sieht den Fokus seines Unternehmens in den ländlichen Märkten Indiens nicht nur auf billige Handys gerichtet: "Wir sehen, dass auch dort immer mehr Multimedia-Geräte genutzt werden und dieser Trend stark zunimmt". Durch die niedrige Durchdringungsrate sehe man in der Region größeres Potenzial als in anderen Märkten. Nach Meinung von Stackelberg müsse Motorola aber "massiv in die Produktentwicklung und Lokalisierung der Endgeräte investieren". Nokia habe das schon viel früher getan und sei deshalb im Vorteil. Auch die richtige Infrastruktur muss von Motorola erst noch aufgebaut werden.
Der Analyst sieht im großen Engagement des US-Herstellers sogar einen Hinweis, das ein indisches Unternehmen an der Übernahme von Motorola interessiert ist. Bereits im April kursierten Gerüchte, der Großkonzern Videocon denke über den Kauf der Handysparte nach. Sie soll im kommenden Jahr aus dem Gesamtkonzern ausgegliedert und als eigenständiges Unternehmen geführt werden.
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