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Motorola A780 kommt offiziell - GPS-Navigation inklusive

04.04.2006 | 16:57 Uhr |

Der einzige Hersteller, der sich mit großem Engagement um das freie Betriebssystem Linux für mobile Endgeräte bemüht, ist Motorola. 6 Handsets mit der aussichtsreichen Plattform sind bereits geplant und vorgestellt, nicht ein einziges von ihnen hat bislang den deutschen Markt erreicht. Der heutige Tag ist damit ein denkwürdiger: wie Motorola mitteilte, kommt das vor fast genau einem Jahr erstmals angekündigte und von vielen Nutzern heiß ersehnte A780 nun definitiv auch nach Deutschland.



Während man sich bei Motorola nie ganz darüber im Klaren war, wie man die Linux-Gerätschaften überhaupt am Markt platzieren wollte - das E680 sollte als Einsteiger-Multimedia-Gerät kommen, A760 und A768 wurden als Business-Smartphones tituliert -, wird der Schwerpunkt beim A780 auf Navigationssoftware gelegt.

Eine von ALK Technologies produzierte Softwarelösung soll bereits auf dem Gerät vorinstalliert sein und von dem im A780 integrierten GPS-Empfänger Gebrauch machen. Das Kartenmaterial samt 100.000 Points of Interests wird auf einer 256MB großen Transflash-Karte gespeichert - das bevorzugte externe Speichermedium des amerikanischen Herstellers.

Natürlich hat ein Linux-Device noch deutlich mehr zu bieten als Navigationssoftware. Das A780 ist als Quadband-Phone in allen Ländern der Welt einsetzbar, die GSM als Funktechnologie nutzen. Und auch die bekannte Multimedia-Leistung, die man Linux embedded-Systemen im Allgemeinen unterstellt, kommt im A780 nicht zu kurz: ein QVGA-Touchscreen-Display mit 65.536 Farben und eine Kamera mit 1,3-Megapixeln entsprechen dem Zeitgeist und liefern auch die Grundlage für die zahlreichen Office-Anwendungen, die sich auf dem Gerät ausführen lassen.

Standardmäßig unterstützt es die Anzeige von PDFs, Word-, Excel- und Powerpoint-Files. PIM-Daten lassen sich via Bluetooth oder mitgeliefertem USB-Datenkabel mit dem PC synchronisieren. Eine entsprechende Vollversion von Motorolas Phone Tools liegt ebenfalls dem Lieferumfang bei. Eine 3D-Engine und eine schnelle Java Virtual Machine mit 3D-Support (JSR 184) ermöglicht die Ausführung von anspruchsvollen Games und der interne Speicher ist mit 40MB ordentlich groß ausgefallen - lässt sich aber leider mit den winzigen Transflash-Karten nur um maximal 256MB erweitern.
Haptisch, optisch und bedienungstechnisch gehört das A780 zu den anspruchsvollsten Smartphones, die es derzeit am Markt gibt: eine mit einem durchsichtigen Fenster versehene Folder-Vorrichtung schützt das empfindliche Touchscreen-Display vor Kratzern und erspart Motorola den Einbau eines Außendisplays. Anders als bei seinen Vorgängern kann man aber auch in geschlossenem Zustand des Geräts Anrufe tätigen: erstmals steht auf der Außenseite der Klappe eine Zifferntastatur zur Verfügung. Und auch die Bedienung verspricht Neuartiges: das auf einem Montavista-Kernel aufbauende Linux-System muss sich nicht vor einem Windows-Mobile oder Series60-Smartphone verstecken, wirkt bunt und MacOSX-glasig.

Einen Nachteil dürfte das Smartphone für den Hersteller allerdings darstellen: es macht mit den aus eigenem Hause stammenden Windows-Smartphones MPx200 und MPx220 sowie den UIQ-Modellen A925 und A1000 die Kundschaft streitig.

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