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Moorhuhn und Co. unterbinden

13.06.2000 | 16:29 Uhr |

Die Moorhuhnjagd hat ein regelrechtes PC-Spielefieber ausgelöst, Ede Kowalski könnte den nächsten Schub bringen. Zum Leidwesen der Chefs nutzen aber auch viele Angestellte die Arbeitszeit zum Abschießen der wehrlosen Hühner oder um Ede in Handschellen zu legen. Spiele-Blocker wie "Gamesitter" sollen da Abhilfe schaffen. Ähnlich wie bei Viren setzen sie die neuesten Spiele außer Gefecht.

Die Moorhuhnjagd hat ein regelrechtes PC-Spielefieber ausgelöst. Zum Leidwesen der Chefs nutzen aber auch viele Angestellte Arbeitszeit zum Abschießen der wehrlosen Hühner. "Gamesitter" soll da Abhilfe schaffen. Das kleine Programm verhindert über das Prüfen des Quellcodes, dass der Anwender ein Spiel starten kann.

Gamesitter installiert sich im Speicher mit nur rund 100 Kilobyte. Versucht der Anwender, ein Spiel zu starten, erkennt das Programm dies ähnlich wie bei Viren an Hand von Signaturen. Diese Signaturen vergleichen den Programmcode, so dass es nichts nützt, das Spiel einfach umzubenennen. Gamesitter lässt sich vom Benutzer auch nicht deinstallieren. Nur der Systemadminstrator kann es wieder entfernen.

In der Vergangenheit waren bereits Gameblocker aufgetaucht, die über die Ausführung von Spielen unterbinden wollten, indem andere Kennzeichen genutzt wurden. Die PC-WELT zeigte damals jedoch einige Schwachstellen dieses Ansatzes auf. Alle Programme waren ohne großen Aufwand innerhalb von wenigen Minuten auszuschalten.

Zur Zeit erkennt Gamesitter rund 200 Spiele. Der Hersteller, die auf Antivirensoftware spezialisierte Firma H+BEDV Datentechnik, will aber regelmäßig kostenlose Updates über das Internet anbieten, mit der die Anzahl der unterstützten Spiele gesteigert werden soll. Arg geplagte Chefs können dem Hersteller auch per Mail die Exe-Datei eines Spiels zuschicken, damit davon sofort eine Signatur erstellt und im Internet zum Download angeboten werden kann.

Die Macher von "Gamesitter" betonen, dass sich ihr Programm nicht dazu eignet, die Arbeitszeiten der Angestellten zu kontrollieren. Es würden auch keine Protokoll-Dateien angelegt. Das Tool soll lediglich die Ausführung der gesperrten Programme verhindern. Dabei kann der Chef auch bestimmte Zeiten festlegen, in denen das Spielen erlaubt ist.

Auf den Webseiten des Herstellers steht eine eingeschränkte Demo-Version von Gamesitter zum Download bereit. Die Vollversion kostet 175 Mark pro Workstation und 10 Clients.

Übrigens: Das neueste Spiel der Moorhuhn-Schmiede Phenomedia, "Ede Kowalski", lässt sich mit dem Gamesitter noch nicht blockieren. Aber es ist wohl aber nur eine Frage der Zeit, bis auch hierfür eine Signatur erstellt wird. (PC-WELT, 13.06.2000, pk)

Spiele- und Moorhuhnblocker im PC-WELT-Test

Informationen und Download

Moorhuhn-Nachfolger Ede Kowalski (PC-WELT, 9.6.2000)

GameStopper gegen Moorhuhnjagd (PC-WELT, 17.3.2000)

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