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Moorhuhn-Reservat in Aachen

24.08.2000 | 17:48 Uhr |

Während das virtuelle Moorhuhn im gnadenlosen Kugelhagel von mehreren Millionen Computer-Spielern steht, hat der Aachener Tierpark mit Unterstützung der Bochumer Phenomedia ein "kugelfreies Reservat" für lebendige Moorhühner geschaffen.

Während das virtuelle Moorhuhn im gnadenlosen Kugelhagel von mehreren Millionen Computer-Spielern steht, hat der Aachener Tierpark mit Unterstützung der Phenomedia, den Erfindern der virtuellen Moorhuhnjagd, ein "kugelfreies Reservat" für lebendige Moorhühner geschaffen.

Die nach eigenen Angaben bundesweit erste Zoo-Moorhuhnanlage ist inzwischen eröffnet worden. Wenn sich der schottische Moorhahn und die beiden Hennen einleben und wohlfühlen, könnte es im nächsten Jahr auch Nachwuchs geben, gibt sich Zoodirektor Wolfram Graf-Rudolf optimistisch.

"Die sehen total anders aus als ich gedacht hatte", staunte der Ideengeber des Computerspiels Moorhuhn-Jagd, Frank Ziemlinski, angesichts des "niedlichen, putzigen" echten Federviehs. In Ziemlinskis kreativem Kopf hatte sich die Vorstellung eines gewöhnlichen Suppenhuhns festgesetzt.

"Ingo, ich brauche ein Huhn", hatte er dem Grafiker Ingo Mesche bei der Entwicklung des Spiels die etwas undifferenzierte Order gegeben. "Ingo" zog ein Huhn aus der Schublade, das er vor zehn Jahren einmal entwickelt hatte: das Moorhuhn mit den unverkennbaren Kulleraugen. Niemand ahnte, dass die Comicfigur einmal Kultstatus erreichen würde, erzählte Ziemlinski.

Vor vier Monaten landeten die virtuellen Moorhühner auch auf dem Bildschirm von Zoodirektor Graf-Rudolf. Mit einer Portion Humor appellierte er an das Bochumer Computer-Unternehmen: "Schafft ein Reservat für Moorhühner, damit nicht alle abgeschossen werden!" Der Ruf wurde gehört, in Aachen ein zu Hause geschaffen. Die Hühner wurden aus einem belgischen Gehege angekauft.

Vor allem Kinder haben die neuen Bewohner des Tierparks in den ersten Stunden nach dem Einzug mit Neugier beäugt, erzählte der Zoodirektor. Nie würden sie ein so putziges Huhn "in echt" totschießen, hätten sie beteuert. Eine Fortsetzung des Spiels mit anderen Mitteln will Zoodirektor Graf-Rudolf verhindern: "Die Voliere wird nachts bewacht, damit niemand auf dumme Gedanken kommt." Staunen aber auch bei den Erwachsenen: "Viele Aachener werden wahrscheinlich jetzt erst erfahren, dass es ein richtiges Moorhuhn gibt", meinte ein Besucher. (PC-WELT, 24.08.2000, dpa/ lmd)

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