23.03.2009, 16:10

Thomas Cloer

Montevina Plus

Preiswerte Ultraportables

Intel will im zweiten Quartal neue, besonders Strom sparende Mobilprozessoren herausbringen, mit denen sich preiswertere ultraportabe Notebooks produzieren lassen.
Nach Angaben von Konzernsprecherin Connie Brown werden die neuen ULV-Prozessoren (Ultra Low Voltage) Teil der Mobilplattform "Montevina Plus", die als Update auf das aktuelle Montevina folgt. Die neuen Chips könnten dann ihren Platz in besonders dünnen und kleinen Laptops mit nichtsdestrotrotz voller PC-Funktionalität finden. Aktuell kosten solche Ultraportables meist mehr als 1500 Dollar. Intel hofft, mit seinen neuen Mobil-CPUs auch den Preisbereich zwischen 600 und 1300 Dollar bedienen zu können.
"Es wird viel mehr ultradünne Laptop-Modelle auf verschiedensten Preispunkten geben, nicht mehr nur einen einzigen im High-end", verspricht Intel-Frau Brown. "Sowohl Geschäfts- als auch Privatkunden bekommen damit mehr Auswahlmöglichkeiten."
Die neuen Prozessoren werden weniger Platz benötigen und Strom verbrauchen als die aktuellen "Core-2-Duo"-ULV-Chips, die rund zehn Watt ziehen. ULV-Core-2-Duos stecken derzeit in besonders tragbaren Notebooks wie dem "X300" von Lenovo, Apples "MacBook Air" oder dem "LifeBook P8020" von Fujitsu. Mit "Atom" liefert Intel außerdem günstige Prozessoren für abgespeckte Rechner wie Netbooks. Solche Geräte eignen sich aber nur für Basisaufgaben wie Webbrowsen und Textverarbeitung.
Mit den neuen ULV-Chips könnte Intel auch einen Strich durch die Rechnung von Advanced Micro Devices machen, sich einen größeren Anteil am Markt für UItraportable-CPUs zu erobern. AMD hatte im Januar den "Athlon Neo" für günstige ultraportable Notebooks im Preisbereich von 500 bis 1500 Dollar vorgestellt und Intel dabei kritisiert, weil es Chips nur für sehr teure Ultraportables anbiete.
Im Rahmen von Montevina Plus wird Intel aber natürlich auch bis zu 3,06 Gigahertz schnelle Prozessoren für Mainstream-Notebooks mit Preisen von 400 bis 1500 Dollar offerieren. Montevina Plus wird wohl das wichtigste Update des Konzerns im Notebook-Bereich, bevor dann später in diesem Jahr die in einem 32-Nanometer-Prozess gefertigten "Arrandale"-CPUs folgen und die "Nehalem"-Mikroarchitektur auch auf portable Rechnern etablieren.
Arrandale-Chips integrieren Rechenwerk und Grafikbeschleuniger auf einem Chip, was die Grafikleistung erhöhen und gleichzeitig den Stromverbrauch senken soll. Generell sollen sie energieeffizienter arbeiten und damit den Notebook-Akku schonen. Die Taktraten von Arrandale dürften sich kaum von aktuellen Chips unterscheiden, trotzdem sollten die Nehalem-Prozessoren mehr Leistung bieten, indem sie Applikationen durch mehr Threads laufen lassen und gleichzeitig weniger Strom verbrauchen. (Computerwoche/mha)
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