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Mobilinux 5 für Midrange-Handys

Der kalifornische Software-Entwickler MontaVista hat die Fertigstellung der Version 5 seines Betriebssystems Mobilinux angekündigt. Das System soll noch schneller und sicherer geworden sein und dabei weniger Speicherplatz und Energie benötigen. Neue Technologien erlauben Systemstarts in unter fünf Sekunden. Ab Mitte November will MontaVista offiziell Mobilinux-Lizenzen herausgeben.

Die kalifornische Softwareschmiede MontaVista hat angekündigt, eine neue Version seines Handy-Betriebssystems Mobilinux herausbringen zu wollen. Ableger der Vorgängerversion Mobilinux findet man bereits auf einigen mobilen Geräten, neben Navigationsgeräten und MP3-Playern auch im MOTORAZR2 V8 von Motorola. Version 5 des Betriebssystems soll schneller, kleiner, sicherer und stromsparender sein als der Vorgänger.

Mobilinux 5 basiert auf dem Linux-Kernel 2.6.21 und unterstützt sowohl GSM/GPRS als auch WLAN, USB On-The-Go, SDIO (Erweiterungskarten auf Basis des SD-Kartenstandards), Multimedia-Streaming und Soundausgabe. Bluetooth kann über die Software eines Drittanbieters bereitgestellt werden. Der Footprint des Systems ist gerade einmal 3MB groß und Mobilinux verbraucht damit weniger als ein Viertel des bislang von MontaVistas Systemen beanspruchten Speicherplatzes. Mobilinux ist für den Einsatz in Midrange-Multimedia-Handys gedacht und kann mit mehreren Prozessoren gleichzeitig umgehen, etwa dem Baseband-Prozessor, der für die Netzverbindungen zuständig ist und zugleich dem Multimedia-Prozessor, der sich beispielsweise um die Darstellung der Menüs oder die Wiedergabe von Musik und Videos kümmert. Die Latenzen sollen generell unter 50 Mikrosekunden liegen.

Daneben haben auch einige Neuerungen ihren Weg in die Software gefunden. So soll dank einer Technologie namens XIP (execute in place) ein Mobiltelefon in durchschnittlich 10 Sekunden nach dem Anschalten erreichbar sein. Das erreicht Montavista einerseits durch die Nutzung von Persistenzmechanismen, die die langwierige Instanziierung gewisser Applikationsobjekte überflüssig machen und andererseits durchs Prelinking vieler Anwendungen gegen die Systembibliotheken wie der glibc. Zudem wurde das Energiemanangement verbessert. Mobilinux's DPM (dynamic power management) soll bis zu fünf Mal längere Handylaufzeiten erlauben als bei herkömmlichen Systemen. Erreicht wird dies durch ein Set von Kernel- und Treiber-APIs, die es Applikationen erlauben, ungenutzte Hardware-Subsysteme abzuschalten. DPM ermöglicht dabei eine sehr feine Abstufung und außerordentlich weitreichende Kontrolle über Prozessoren, Busse, Bridge-Controller und Peripherie-Anbindungen. Oder wie es MontaVista-Chef James F. Ready ausdrückt: "DPM steckt seine Finger in so viele Untersysteme, wie es die Gerätehardware erlaubt".

Die dritte Neuerung ist eine Exklusivität von MontaVista. Mit MicroSELinux ist es möglich, Geräte zu bauen, die über ein Rechtekontrollsystem verschiedenen Nutzern spezielle Rechte einräumen. Die Anwendung soll die Sicherheit der Systemintegrität gewährleisten, aber auch die Konfigurationsinformationen oder Systemlogs schützen. Das macht das System von MontaVista auch für Unternehmensnetzwerke interessant, bei denen die Endgeräte der Mitarbeiter über einen Administrator gewartet und konfiguriert werden.

Unterstützt wird Montavistas mobiler Linux-Ansatz von mehreren Unternehmen, darunter findet man auch so bekannte Namen wie Sun Microsystems, RealNetworks oder Trolltech. Mobilinux wird laut MontaVista ab Mitte November an die Gerätehersteller lizensiert.

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