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Monitorkauf: Reaktionszeit ist nicht alles

Die Hersteller von LCD-Monitoren überschlagen sich damit, neue Displays mit noch schnelleren Reaktionszeiten anzukündigen. Dabei zweifeln Experten an der Aussagekraft dieser Angaben. Und abgesehen davon gibt es noch eine Reihe weiterer Kriterien, die Verbraucher beim Kauf eines neuen Bildschirms für ihren Computer berücksichtigen sollten.

Die Reaktionszeit gibt an, wie lange das Display benötigt, um die Farbe der Pixel zu ändern. Allerdings ermittelten die Hersteller die Zeiten mit unterschiedlichen Messeinstellungen, sagt Dirk Lorenz von der Stiftung Warentest in Berlin. "Welche das im Einzelfall sind, kann der Käufer kaum nachvollziehen." All zu viel sollte man also nicht auf die angebenen Reaktionszeiten geben.

Wer nicht gerade leidenschaftlicher Spieler ist, kommt mit weniger als 20 Millisekunden aus. Damit bei der Darstellung schneller Bewegungen keine Schlieren auf dem Bildschirm auftreten, sollten Spieler jedoch zu einem Display mit einer Reaktionszeit von acht oder weniger Millisekunden greifen, rät Jens Böttcher, Produktmanager beim Hersteller Benq in Hamburg.

Die Bildqualität lässt sich nicht allein an der Reaktionszeit ablesen: Gibt es im Geschäft die Möglichkeit, ist es sinnvoll, das Display einmal ganz weiß einzustellen, um zu sehen, ob das Bild einen rötlichen oder blauen Stich hat. Zudem lassen sich dabei wie bei einem komplett schwarzen Hintergrund Pixelfehler erkennen, so Lorenz.

"Wesentliche Faktoren für eine gute Bildqualität sind Kontrast und Helligkeit", sagt Peter Hollmann von Viewsonic in Berlin. Der Kontrastwert sollte nicht kleiner sein als 450:1. Für die Helligkeit gilt laut Hollmann ein Mindestwert von 250 Candela pro Quadratmeter.

Wer viel am Rechner arbeitet, sollte ein möglichst ergonomisches Modell wählen. Leider gebe es bei LCDs einen Trend zurück zu glatten Oberflächen, so Lorenz. "Darin spiegelt sich jede Lampe - oder sogar Ihr eigenes Gesicht." Viele LCD-Geräte werden mit eingebauten Lautsprechern angeboten. Zwar gibt es auch hier qualitative Unterschiede. "Meistens handelt es sich aber um Notlösungen."

Besonders wenn man gerne mit mehreren am Flachbildschirm sitzt, sollten die horizontalen Blickwinkel möglichst groß sein, rät Peter Hollmann von Viewsonic. Sonst verschlechtere sich die Qualität beim seitlichen Draufsehen. Daher sollte der horizontale Blickwinkel mindestens 140 Grad betragen.

Auch wenn es um die Verbindung von PC und Display geht, ist die Zukunft digital. Bei den immer noch häufig verwendeten analogen VGA-Anschlüssen wird das aus dem Rechner kommende digitale Signal für die Übertragung zunächst in ein analoges und vom LCD wieder in ein digitales Signal umgewandelt. "Dabei kommt es zu Qualitätsverlusten", erklärt Jens Böttcher von Benq. Sinnvoller sei es, die Daten über eine digitale Schnittstelle, DVI-D oder DVI-I, zu übertragen.

Die Größe des Displays ist eine Geschmacksfrage. Der Trend geht aber zum 19-Zoll-Gerät. Im Discount gibt es solche Modelle schon für unter 300 Euro, so Lorenz. Hochwertige 19-Zoll-LCDs kosten zwischen rund 365 und 600 Euro. 17-Zöller sind bei gleicher Ausstattung durchschnittlich 100 Euro günstiger.

19-Zoll-TFTs im PC-WELT Test

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