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Bandlaufwerk aus dem Museum rettet Apollo-Daten

13.11.2008 | 10:11 Uhr |

Die vor fast 40 Jahren auf dem Mond gesammelten wissenschaftlichen Daten über die Eigenschaften von Mondstaub schienen bereits verloren. Dank der Leihgabe eines australischen Computer-Museums können sie wohl doch noch gerettet werden.

Nachdem die Apollo-Missionen der NASA Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre mit speziellen Staubdetektoren Erkenntnisse über die Beschaffenheit des Mondstaubs gesammelt hatten, gerieten die Daten bald in Vergessenheit. Jetzt werden sie wieder gebraucht, sind aber nicht mehr so einfach verfügbar. Erst nachdem ein australisches Computermuseum ein uraltes IBM-Bandlaufwerk zur Verfügung gestellt hat, besteht wieder Hoffnung die Daten nutzen zu können.

Mondstaub ist eine recht raue Substanz, die Visiere von Astronautenhelmen zerkratzen und Verschlüsse korrodieren kann. Er ist von einer nur ein paar hundert Nanometer dünnen Glasschicht überzogen und magnetisch. Er riecht auch irgendwie nach verbrannten Schießpulver, wie die Astronauten im Rahmen der Mondmissionen Apollo 11, 12 und 14 feststellten.

Die von den Apollo-Missionen gesammelten Daten über die Eigenschaften von Mondstaub wurden zur Erde gefunkt und auf 173 Magnetbändern in Houston sowie im australischen Sydney gespeichert. Das anfängliche Interesse an diesen Daten ließ jedoch rasch wieder nach. Da die NASA aber bald wieder zum Mond will, werden sie doch noch einmal interessant. Leider hat sich jedoch heraus gestellt, dass die NASA ihre Magnetbänder 'verlegt' hat.

Zum Glück sind die an der Universität von Sydney aufbewahrten Bänder noch vorhanden. Doch ein geeignetes Bandlaufwerk war zunächst nicht nicht aufzutreiben. Diese Laufwerke vom Typ IBM 729 Mark V stammen noch aus den späten 1950er Jahren. Sie verarbeiten halbzöllige, bis zu 730 Meter lange Magnetbänder mit sieben parallelen Spuren, sechs für Nutzdaten und eine für Paritätsinformationen.

Erst die Bemühungen einer australischen Datenrettungsfirma haben zur Leihgabe eines solchen Geräts aus dem Bestand der Australian Computer Museum Society geführt. Doch einfach Bänder einlegen und Daten kopieren klappt nicht. Das museale Stück Datensicherungsgeschichte muss zunächst gründlich instand gesetzt werden. Es ist alte Technik, schadhaft und zudem recht verschmutzt.

Aber bis Januar will Guy Holmes, Chef der Datenrettungsfirma SpektrumData , das Bandlaufwerk wieder funktionsfähig bekommen. Ein zweites, noch funktionsfähiges Exemplar sei ihm nicht bekannt. Das Kopieren der wertvollen Daten soll hingegen nur etwa eine Woche dauern. Doch erst dann wird sich zeigen, ob die Daten noch lesbar sind.

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