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Mögliche Infineon-Aufspaltung rückt näher

Die mögliche Aufspaltung des Infineon-Konzerns rückt näher. "Wir werden wie jedes Jahr im Herbst unsere Unternehmensstrategie überprüfen", sagte ein Konzern-Sprecher am Mittwoch in München.

Die mögliche Aufspaltung des Infineon-Konzerns rückt näher. "Wir werden wie jedes Jahr im Herbst unsere Unternehmensstrategie überprüfen", sagte ein Konzern-Sprecher am Mittwoch in München. Nach Informationen des "Handelsblatts" (Mittwochausgabe) soll der Aufsichtsrat auf seiner regulären Sitzung am 17. November den Weg frei machen für die Trennung von der Speicherchipsparte, die schon seit längerem vorbereitet wird. Die IG Metall kündigte Widerstand gegen die Pläne an. Die DRAM-Sparte steuert etwa 40 Prozent der Infineon-Umsätze bei.

"Es ist schon seit einigen Monaten klar, dass im Hintergrund an der Aufspaltung gebastelt wird", sagte Infineon-Aufsichtsrat Dieter Scheitor von der IG Metall der dpa. Die IG Metall sehe die Pläne äußerst kritisch. ´"Zum einen wegen der Arbeitsplätze, wir glauben aber auch nicht, dass es für das Unternehmen sinnvoll ist." Wenn der Speicherbereich zum Beispiel an ein asiatisches Unternehmen gehe, gehe Europa ein wichtiges Stück Technologiekompetenz verloren, da Infineon hier der letzte Hersteller sei. Es gebe zudem eine Menge Synergien zwischen der Speicher- und der Logiksparte.

Die Speichersparte war in der Vergangenheit für einen großen Teil der Verluste bei Infineon verantwortlich. Auch andere Chipkonzerne haben sich wegen des volatilen Geschäfts von ihren DRAM-Sparten getrennt. Um eine mögliche Trennung zu erleichtern hat Infineon in jüngster Zeit unter anderem Forschungseinheiten und die Fabriken im Konzern jeweils einem Unternehmensbereich zugeordnet. Konzernchef Wolfgang Ziebart gilt in Unternehmenskreisen inzwischen als Befürworter einer Abtrennung.

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