Linux-Admin

Module der Server-Konfiguration

Dieser Abschnitt behandelt Dienste, welche das System für den Einsatz in Produktiv-Gebieten zur Verfügung stellt. Darunter fallen zum Beispiel Web-, Datenbank-, Mail-und Filesharing-Services. Im Menü "Apache Webserver" können Sie virtuelle Server einrichten, Module zu Apache hinzufügen oder entfernen, Limits einstellen oder die Behandlung von Mime-Types konfigurieren. Webmin erlaubt Ihnen sogar ein manuelles Editieren der Datei httpd.conf.
Die Buttons "Default Server" und "Virtual Server"öffnen weitere Optionen. Hier können Sie Logfiles, Alias-Dateien und Redirects, Fehlerbehandlung, SSL-Optionen und so weiter für jeden virtuellen Server separat einstellen. Das Modul "Apache Webserver" stellt eine der umfangreichsten Implementationen für Webmin dar. Dafür bietet es eine komplette Administration Ihres Webservers. Wünsche bleiben in diesem Modul keine offen.

Haben Sie etwas an der Apache-Konfiguration verändert und übernehmen die Änderungen mit "Apply Changes", führt Webmin auch gleich einen Restart des http-Daemons durch. Danach sollte der Webserver mit der neuen Konfiguration arbeiten. Wahlweise können Sie den Webserver auch auf der Kommandozeile mit einem apachectl restart zu einem Neustart bewegen. In der Regel funktioniert es auf diesem Weg sogar schneller. Das Einzige, was bei Webmin fehlt, ist die Option eines so genannten "graceful"-Neustarts. Auf der Kommandozeile würde ein apachectl graceful den Webserver ohne Abbruch bestehender Verbindungen neu starten.
Das Modul "MySQL Database Server" erleichtert Ihnen die Administration und das Sichern von MySQL-Datenbanken. Sie haben die Möglichkeit, neue Datenbanken, Tabellen in Datenbanken und Benutzer anzulegen. Die Zugriffsverwaltung erstreckt sich von banalen bis hin zu komplizierten, tief greifenden Optionen. Eine Berechtigung auf eine Datenbank anzulegen, ist alltägliches Brot für Datenbankadministratoren. Über Webmin können Sie mit wenigen Klicks die Zugriffe bis auf einzelne Felder regeln. Ein weiterer Pluspunkt ist das Automatisieren von Backups. Dies funktioniert äquivalent zu den "File System Backups" oder "Scheduled Cronjobs". Sie erzeugen eine neue Sicherung über "Backup Databases", wählen ein Zielverzeichnis und konfigurieren eine Zeitsteuerung, falls erwünscht.
Postfix, Sendmail und SpamAssassin
Es dürfte einigen – vor allem aus leidlicher Erfahrung – bekannt sein, dass die Administration der Mail-Server unter Linux zu dem einen oder anderen Schreikrampf führt. Gleichermaßen mächtig und kryptisch sind diese Daemons einzurichten. Unübersichtliche Konfigurationsdateien, in denen man sich schlecht zurechtfindet, vermiesen einem schon mal die Laune.

Webmin erleichtert Ihnen hier die Arbeit ungemein. Die Software kann Ihnen das Grundverständnis für diese Materie nicht abnehmen, nimmt Sie aber durch sprechende Namen, wie zum Beispiel "Virtual Domains" oder "SMTP server options" an die Hand. Weiterhin sind diese Module sehr umfangreich dokumentiert, und zu jedem Parameter ist eine Hilfe vorhanden. Für ein Fein-Tuning des Servers müssen Sie zwar immer noch viel lesen, aber eine funktionierende Basis erreichen Sie auf diesem Weg schnell. Ein vernünftiges Setup mit angemessener Ressourcenkontrolle, wie Mailbox-Limits oder die maximal zulässige Größe für eine E-Mail, dürfte mit Webmin in weniger als 30 Minuten keine Kunst sein.
Eine Konfigurationsmöglichkeit, um Spam von Ihrem System fern zu halten, ist in Webmin ebenfalls geboten. Statt SpamAssassin über einen Texteditor einzurichten, geht diese Aufgabe mittels der Browser-Version doch erheblich einfacher und schneller vonstatten. Hinzufügen von Black-oder Whitelists, die Klassifizierung von unerwünschten Mails, die Kennzeichnung von Spam, Kriterien-Checks und so weiter sind hier möglich. Webmin bietet die komplette Bandbreite, um ein Setup aufzustellen, das Ihnen die unerwünschten Mails vom Rechner fern hält.
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