31.05.2011, 16:26

Frank Ziemann

Moderne Zeiten

Studie zur Consumerization der Unternehmens-IT

Die heutige IT-Landschaft ist mehr denn je durch eine heterogene Mischung verschiedener Plattformen geprägt. Angestellte nutzen private Mobilgeräte auch geschäftlich oder umgekehrt. Entsprechende Unternehmensrichtlinien sind zwar meist vorhanden, den Betroffenen jedoch selten vertraut.

Als die IT hierzulande noch „EDV” hieß, waren die Verhältnisse aus heutiger Sicht noch klarer: man hatte zur Dateneingabe einen PC am Arbeitsplatz, im Server-Schrank machten je nach Unternehmensgröße eine Anzahl Server die eigentliche Rechenarbeit. Dann kamen mobile Endgeräte wie das Notebook und später der Blackberry hinzu. Heute nutzen die Angestellten in vielen Unternehmen einen kleinen Zoo mobiler Endgeräte, die auf eher persönliche Nutzung und weniger auf den Unternehmenseinsatz ausgerichtet sind, etwa Tablet-Rechner oder Smartphones diverser Hersteller.
Im Auftrag des Sicherheitsunternehmens McAfee hat die Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh, Pennsylvania, eine Studie durchgeführt, die sich mit den Herausforderungen der heutigen IT-Landschaft beschäftigt. Die Forscher haben die Sicht zweier Personengruppen abgefragt: IT-Verantwortliche und Anwender. Dabei zeigt sich, dass insbesondere Mobilgeräte sowohl für geschäftliche als auch private Zwecke genutzt werden. Die früher übliche Trennung, etwa zwischen privatem Handy und beruflich genutztem Blackberry, weicht immer mehr auf – einige nennen das auch „Consumerization” der IT.
Im Rahmen der Studie wurden 1500 Personen aus 14 Ländern befragt. Bei sieben von zehn Unternehmen hat die Nutzung von Tablets und Smartphones in den letzten 12 Monaten deutlich zugenommen. Etwa 63 Prozent dieser Geräte werden sowohl beruflich als privat auch genutzt. Jeder zweite Nutzer speichert Passwörter, PIN oder Kreditkartendaten im Smartphone oder Tablet, ein Drittel auch vertrauliche geschäftliche Daten.
Die mit der Consumerization einher gehenden Sicherheitsrisiken werden zum Beispiel dadurch illustriert, dass vier von zehn Unternehmen über verloren gegangene oder gestohlene Mobilgeräte berichten. Auf etwa der Hälfte davon haben sich geschäftsrelevante Daten befunden, oft unverschlüsselt. Mehr als ein Drittel dieser Vorfälle hat zu finanziellen Folgen für das Unternehmen geführt.
Zwar haben inzwischen 95 Prozent der befragten Unternehmen Richtlinien erlassen, die den Umgang mit Mobilgeräten regeln sollen, doch nur ein Drittel der Anwender im Unternehmen ist mit diesen Regelungen hinreichend vertraut. Hier besteht also noch erheblicher Nachholbedarf.
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