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Mobiltelefone brauchen mehr Schutz

18.04.2005 | 16:30 Uhr |

Die Vielfalt der Funktionen heutiger Handys hat stark zugenommen. Sie werden immer komplexer und somit auch angreifbarer. Sie verfügen häufig über mehrere Kommunikationsschnittstellen wie GSM, Infrarot oder Bluetooth und können auch mit Internet und Mail umgehen.

Die Vielfalt der Funktionen heutiger Handys hat stark zugenommen. Sie werden immer komplexer und somit auch angreifbarer. Sie verfügen häufig über mehrere Kommunikationsschnittstellen wie GSM, Infrarot oder Bluetooth und können auch mit Internet und Mail umgehen.

Anwender speichern Kontakte, Termine, aber teilweise auch Bankdaten in ihren Handys. Nur wenige machen wenigstens von Zeit zu Zeit Backups ihrer gespeicherten Daten und Programme. Es fehlen bei nahezu allen Geräten Funktionen zum Schutz gespeicherter Daten vor dem Zugriff durch installierte Anwendungen.

Bluetooth wird seit einiger Zeit als Einfalltor für etliche Trojanische Pferde und Würmer genutzt. Diese könnten die gespeicherten Daten auslesen und versenden oder löschen. Einige verbreitete Mobil-Schädlinge machen das Handy nach einem Neustart gänzlich unbrauchbar, wodurch dem Benutzer auch der Zugriff auf sein Adressbuch und den Terminkalender verwehrt wird.

Wer sich beruflich auf sein Mobiltelefon als Kommunikationszentrale verlässt, steht dann ziemlich im Regen. Hauptzielscheibe der Schädlinge sind derzeit Mobiltelefone, die mit Symbian Series 60 laufen. Der Grund ist der gleiche wie bei den Windows-PCs: Es ist das am weitesten verbreitete System und es bietet Angriffspunkte. Von einigen Virenscannern abgesehen ist das Angebot an tatsächlich verfügbaren Schutzprogrammen und -mechanismen noch recht dürftig.

Die Prozessorschmiede ARM arbeitet nun an einem "Trustzone" genannten System, das auf Hardware-Ebene einen Wächter über Daten und Programme bieten soll. Dieser soll nur bestimmten Anwendungen Zugriff auf die Konfiguration des Systems gestatten. Programme, die per Bluetooth installiert werden, erhalten nur stark eingeschränkte Rechte. ARM integriert die Trustzone-Technik in seine Prozessoren für Handhelds und Mobiltelefone.

Die ersten Geräte, die mit diesem Schutz ausgestattet sein werden, dürften allerdings erst in ein paar Jahren auf den Markt kommen. In der Zwischenzeit beeilt sich Symbian zu versichern, dass man seit Jahren am Schutz der Geräte vor schädlicher Software arbeite, um eine ähnliche Situation wie bei den PCs zu vermeiden. Dazu gehöre aber auch eine bessere Aufklärung der Benutzer, erklärte Marit Doving, Sprecherin von Symbian, gegenüber der BBC. Die sollten sehr vorsichtig sein, welche Programme sie auf ihren Handys installierten. Dann sei es, so Doving, weiterhin sehr unwahrscheinlich, dass ein Mobiltelefon mit einem Schädling infiziert würde.

ARM

Symbian

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