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Mobilfunknetze nach Terroranschlägen unter Druck

08.07.2005 | 14:56 Uhr |

Handy-Benutzer hatten Probleme andere Teilnehmer zu erreichen, da die Netze ausgelastet waren.

Nach den Terroranschlägen gestern in London waren die Mobilfunknetze so stark ausgelastet, dass viele Benutzer nicht zum gewünschten Teilnehmer durchkamen. Wer etwa den Arbeitgeber über sein Handy informieren wollte, dass er nicht oder verspätet zur Arbeit kommen würde, musste Geduld und auch ein wenig Glück haben.

Die Mobilfunknetze wurden zwar durch die Anschläge nicht unmittelbar betroffen, die große Zahl derjenigen, die Arbeitgeber, Freunde oder Verwandte erreichen wollten, führte jedoch zu einer starken Auslastung der Netze. Die Mobilfunkanbieter bemühten sich die Kapazität ihrer Netze kurzfristig auszuweiten. Sie reservierten Teile der zur Verfügung stehenden Bandbreite für Notrufe und die Einsatzgruppen an den Orten der Anschläge. Eine für solche Fälle vorgesehene Sperrung der öffentlichen Nutzung von Mobilfunknetzen fand jedoch nicht statt.

Das Stadtgebiet von London und insbesondere die Innenstadt waren am stärksten betroffen, aber auch in anderen Regionen des Landes kam es zu vorübergehenden Überlastungen. Der Festnetzbetreiber British Telecom gab an, es habe auch im Festnetz erhebliche Lastspitzen und kleinere Probleme gegeben. So erreichten aus den USA kommende Anrufe unmittelbar nach den Anschlägen zum Teil ihre Zielanschlüsse nicht.

Alle Telefongesellschaften riefen ihre Kunden dazu auf, nur die notwendigsten Anrufe zu tätigen. Inzwischen hat sich die Lage jedoch wieder weitgehend normalisiert. Auch die meisten U-Bahnen in London fahren heute wieder planmäßig.

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