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Mobilfunkanbietern zittern vor Aldi & Co.

Simyo war erst der Anfang: Wenn die Lebensmitteldiscounter Aldi, Lidl und Plus wie erwartet auf den Mobilfunkmarkt drängen, könnte dies die Platzhirsche der Branche teuer zu stehen kommen. Angepeilt sind laut Angaben aus Branchenkreisen Handytarife für 9,9 Cent pro Minute, in jedes Netz, rund um die Uhr.

Der deutsche Mobilfunkmarkt steht vor einem weiteren Preissturz: Die Lebensmitteldiscouter Aldi, Lidl und Plus drängen auf den deutschen Mobilfunkmarkt. Auch wenn sich die vier Netzbetreiber den Händlern nach ersten Gesprächen eine Abfuhr erteilten, sind sich Experten sicher: "Bald werden wir billige Handy-Verträge bei Aldi, Plus oder Lidl sehen".

Knackpunkt der Verhandlungen ist der Preis. Die Discounter wollen laut Angaben aus Branchenkreisen einen Minutenpreis von unter zehn Cent je Gesprächsminute erreichen und damit das allgemeine Marktniveau um die Hälfte unterbieten. Zudem soll die Tarifstruktur so simpel wie bei Simyo sein. Bei der E-Plus-Tochter kostet die Gesprächsminute 19 Cent in alle Netze. Während T-Mobile, E-Plus und O2 sich bedeckt halten, weist Vodafone die Annäherung der Lebensmittelhändler offen zurück: "Wir sehen derzeit keinen Bedarf für ein Discounter-Angebot", sagt Vodafone-Sprecher Jens Kürten.

Alle vier Netzbetreiber fürchten den Einstieg der Handelsketten in das Mobilfunkgeschäft: Denn was für die Verbraucher ein großer Vorteil wäre, kann die Mobilfunker teuer zu stehen kommen. Gespräche in andere Mobilfunknetze kosten den Mobilfunkbetreibern derzeit zwischen 13,2 und 14,9 Cent je Minute. Telefoniert ein Kunden mit einem Minutenpreis von unter zehn Cent also in fremde Mobilfunknetze, dann macht der mit dem Discounter kooperierende Netzbetreiber fortlaufend Verluste. Diese so genannten Terminierungsgebühren werden Mitte Dezember auf elf Cent fallen und die Regulierungsbehörde will die Entgelte künftig noch weiter absenken.

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