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Mobilfunk setzt sich gegen Festnetz durch

Der Mobilfunk kann sich seit einigen Jahren stetig gegen das Festnetz durchsetzen, allein im Jahr 2004 wurden knapp 80 Milliarden Minuten über das Handy telefoniert.

Nach einem aktuellen Bericht der Bundesnetzagentur hat sich die Ausnutzung der bundesdeutschen Mobilfunknetze im Jahr 2004 gegenüber den Vorjahren deutlich erhöht und lag für den angegebenen Zeitraum bei 80 Milliarden Minuten. Vor sieben Jahren lag dieser Wert bei etwa 32 Milliarden Minuten, seitdem konnte ein stetiges Wachstum beobachtet werden. Für das letzte Jahr konnte die Bundesnetzagentur keine Zahlen vorlegen, allerdings ist im Vergleich zum Jahr 2004 mit einem deutlichen Anstieg zu rechnen. Grund dafür ist die Entwicklung im Bereich der Discount-Anbieter, welche seit Mai 2005 am deutschen Markt vertreten sind. Bei diesen Angeboten profitiert der Kunde von günstigen Tarifen, muss aber in der Regel auf ein subventionierten Handy verzichten.

Während 1999 noch etwa 7,6 Prozent aller Telefonate in Deutschland aus den Mobilfunknetzen geführt wurden, konnte das Verhältnis zum Festnetz um 8,6 Punkte auf 16,2 Prozent ausgebaut werden. Im Gegenzug konnte ein Rückgang der im Festnetz geführten Gespräche beobachtet werden, welche seit dem Höhepunkt im Jahr 2002 (355 Milliarden Minuten) kontinuierlich sanken (2004: 337 Milliarden Minuten). Auch bei der Zusammensetzung der Umsätze gab es eine deutliche Verschiebung: Nahmen die Anbieter (Festnetz) vor sieben Jahren noch 6,5 Milliarden Euro durch Fixbeträge (Grundgebühr, Flatrate) und 8,5 Milliarden Euro mit Gesprächsminuten ein, so lagen diese Werte im Jahr 2005 nach Schätzung des Bundesnetzagentur bei 9,1 Milliarden Euro (ohne DSL-Grundgebühren) und 4,3 Milliarden Euro.

Auch bei den Marktanteilen gab es leichte Verschiebungen, wobei die vier Netzbetreiber ihre Positionen am Markt halten konnten. Im vergangenen Jahr hatte T-Mobile einen Marktanteil von 37,3 Prozent (Vorjahr: 38,5 Prozent), Vodafone kam hingegen auf 36,8 Prozent (Vorjahr: 37,8 Prozent). Lediglich E-Plus und O2 konnten ihre Marktanteile am deutschen Mobilfunkmarkt weiter ausbauen und erreichten 13,6 Prozent (+ 0,3 Prozent) bzw. 12,3 Prozent (+1,9 Prozent). Die Umsätze aus dem Telekommunikationsgeschäft beliefen sich 2005 bundesweit auf 68,3 Milliarden Euro, davon kamen rund 28 Milliarden Euro aus dem Mobilfunk-Segment. Somit lag das Wachstum gegenüber dem Vorjahr bei 2,2 Prozent, künftig prognostiziert der Branchenverband Bitkom ein sinkendes Wachstum in diesem Bereich.

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