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iPhone wird zum Luxus-Shop

25.07.2009 | 14:21 Uhr |

Das iPhone wird zur Shoppingmeile für Luxus-Mode. Das Portal Net-a-Porter, ein Online-Händler für Haute Couture, bietet seine hochpreisigen Waren ab sofort über eine iPhone-Applikation im mobilen Web an.

Net-a-Porter hat sich zuvor bereits relativ erfolgreich als Internetanbieter von Luxus-Kleidung durchgesetzt und sieht den Schritt auf das Handy als konsequente Fortführung seines Geschäftsmodells, berichtet die New York Times. So können iPhone-Nutzer nun Handtaschen, Kleider und Schuhe direkt über die Applikation bestellen. Außerdem bietet Net-a-Porter wöchentlich redaktionelle Beiträge rund um das Thema Mode auf seiner Webseite an. Dass virtuelle Güter wie Games oder E-Books über App Stores gekauft werden, ist inzwischen Normalität. Mit neuen Applikationen wie jener von Pizza Hut können iPhone-Nutzer nun auch ihre Pizza ins Haus kommen lassen. Ob sich jedoch der Verkauf von physischen Waren - insbesondere aus dem Hochpreissegment - ebenfalls erfolgreich über Handy-Applikationen abwickeln lässt, bleibt abzuwarten. Wie das Beispiel E-Commerce zeigte, waren Luxusgüter dort erst einer der letzten Bereiche, der sich im Onlinehandel durchsetzte.

"Luxus-Shopping steckt im E-Commerce noch in den Kinderschuhen. Bekannt ist, dass gerade die weibliche Zielgruppe hier hohe Ansprüche an das Einkaufserlebnis bzw. den viel zitierten 'Joy of Use' hat", bestätigt Torben Fasching, stellv. Leiter der Fachgruppe E-Commerce beim Bundesverband Digitale Wirtschaft ( BVDW ), gegenüber pressetext. Dieser sei im Web schon schwer abbildbar und auf einer Handy-App verliere dieser Spaß am Shoppen noch mehr. "Zudem handelt es sich in diesem Segment nicht um Impulskäufe, die Kunden möchten sich intensiv mit dem Einkaufsgut befassen können", so Fasching weiter. M-Commerce im Luxus-Shopping kenne man in Deutschland so in der Form nicht. Generell stünden aber am Markt zurzeit einige Luxus-Shops in den Startlöchern. "Hier wird man sehen, ob diese Anbieter zum Start ihren Kunden als Differenzierungsmerkmal auch Mobile Shopping ermöglichen werden", meint der Experte. Der Erfolg des App Stores von iTunes zeige, dass gerade die Generation der "Digitale Natives" bereit sei, via mobilen Endgeräten einzukaufen. Momentan beschränke sich das allerdings auf Güter wie digitale Downloads, Tickets, Bücher, Dinge, die im Web auch von Anfang an gut gelaufen seien.

Net-a-Porter gibt sich zuversichtlich. Immerhin verzeichnet die Plattform, die im Jahr 2000 an den Start ging, heute 1,8 Mio. Besucher im Monat und hat es geschafft, dass die Leute tatsächlich Roben im Wert von 4.000 Dollar oder Schuhe für 1.000 Dollar online bestellen. Diesen Erfolg will die Seite nun ebenso auf das iPhone übertragen. Das Potenzial für Shopping via Handy sei enorm, meint Alison Loehnis, Vice President Sales and Marketing bei Net-a-Porter. "Wir sind fest davon überzeugt, dass die Technologie der dritten Generation das neue Shopping-Fenster ist. Niemand will mehr an seinen Computer gebunden sein", so Loehnis.

Die größte Herausforderung bei der Umsetzung der Shopping-Applikation sei die Benutzerfreundlichkeit gewesen. Die App sollte laut Loehnis sowohl einfach zu bedienen sein als auch qualitativ hochwertige Bilder bieten. "Es handelt sich hier schließlich um Luxus-Mode und die Kunden müssen die Qualität und Ausführung der Kleidung sehen können, bevor sie diese kaufen." Nach Angaben der Plattform besitzt derzeit etwa ein Fünftel der Net-a-Porter-Kunden ein iPhone oder einen iPod Touch. (pte)

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