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Mini-SIM-Karte in Nagelkopf-Größe entwickelt

26.04.2009 | 15:23 Uhr |

In den Entwicklungslabors der US-Niederlassung von T-Mobile wurde eine Mini-SIM-Karte entwickelt, die nicht größer als der Kopf eines Nagels ist. Zum Einsatz soll diese Entwicklung bei kleinen Sensoren oder Maschinen kommen, die selbstständig Daten an die Zentrale übermitteln oder empfangen und dabei die Mobilfunkverbindung als Übertragungskanal nutzen.

Bislang müssen derartige Geräte nach deren Herstellung manuell mit einer SIM-Karte ausgerüstet werden. Die Mini-SIM hingegen kann direkt bei der Fertigung in das Produkt eingebaut werden. Von der Funktion her erfüllen die nun entwickelten Komponenten dieselbe Funktion, wie jene SIM-Karten, die in Mobiltelefonen genutzt werden. Allerdings bestehen sie nicht aus Plastik, sondern werden aus Silizium gefertigt. Darüber hinaus sind sie sehr widerstandsfähig, wodurch sie auch bei harten Umweltbedingungen eingesetzt werden können. Faktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Bewegungen haben keinen Einfluss auf die Zuverlässigkeit der Verbindung, so die Entwickler.

Erstmals zum Einsatz kommen die Mini-SIM-Karten bei einem Projekt des US-Unternehmens Echelon . In San José ist geplant, die Straßenbeleuchtung durch eine intelligente Steuerung deutlich effizienter zu machen. Kosten für Wartung und Betrieb sollen dadurch gesenkt werden. Die einzelnen Lampen werden mithilfe des T-Mobile -Mobilfunknetzes verbunden. Die Steuersoftware von Echelon übernimmt die Optimierung des Stromverbrauchs. Ein ähnliches Pilotprojekt wurde auch im österreichischen Klagenfurt gestartet. Die Steuerung der LED-Straßenlampen erfolgt ebenfalls über das Mobilfunknetz.

"Der Mobilfunk übernimmt zunehmend die Steuerung von Maschinen", so Bela Virag, T-Mobile-Verantwortlicher für Business Marketing, gegenüber pressetext. Eine Reihe von Firmen entwickelt mittlerweile Anwendungen für den Mobilfunk. Durch die Mini-SIM-Karte werde dieser Industrietrend deutlich beschleunigt, sind die Entwickler überzeugt, da die Mobilfunkverbindung nicht mehr als zusätzlicher Schritt in der Produktion vorbereitet werden muss, sondern gleich bei der Fertigung integriert werden kann. Der Markt für Machine-to-Machine-Kommunikationslösungen (M2M) wird bis zum Jahr 2012 stark wachsen. Dieser Überzeugung sind Analysten des Technologie-Consultingunternehmens Yankee Group. In drei Jahren werde es 20 Mio. Teilnehmer im verbundenen Netzwerk der Maschinen geben, sagt Steve Hilton, Vizepresident der Yankee Group . (pte)

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